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Anden-Gletscher als Klima-Opfer

Die Gletscher in den südamerikanischen Anden schmelzen so schnell wie noch nie in den letzten 300 Jahren. Die Wasserversorgung von rund zehn Millionen Menschen sei gefährdet, schreiben Glaziologen in der neuen Ausgabe der Fachzeitschrift "The Cryosphere". Das internationale Team um Antoine Rabatel vom Labor für Gletscherkunde und Umwelt-Geophysik in Grenoble hatte zuvor die bisher umfangreichste Auswertung von Messungen vorgenommen, wie das geowissenschaftliche Magazin Scinexx berichtet. Seit 1970 sind demnach 30 bis 50 Prozent des Gletscher-Volumens weggetaut. Als Ursache machten die Wissenschaftler die Klimaerwärmung aus. 

Die nahezu einzigen tropischen Gletscher der Welt sind für die Andenstaaten jedoch wichtige Wasserspeicher. Vor allem in Peru drohe deshalb künftig Wasserknappheit, heißt es in der Studie. Allein im Río-Santa-Tal seien mehrere hunderttausend Peruaner auf das Gletscherwasser angewiesen – zur Trinkwasserversorgung, für die Landwirtschaft und zur Energieerzeugung. Aber auch der bolivianische Regierungssitz La Paz könnte auf eine Mangelsituation zusteuern. Damit wird die Wasserversorgung in den Anden möglicherweise wie befürchtet zu einem Beispiel für "Loss and Damage" – für die Verluste und Schäden durch den Klimawandel, die die UN-Konferenz in Doha (Katar) vor zwei Monaten als neues Top-Thema auf die Tagesordnung der Weltgemeinschaft setzte.


Einige Gletscher könnte es hier bald nicht mehr geben. Der Artesonraju-Gletscher in der peruanischen Cordillera Blanca, der höchsten Gebirgskette Amerikas. (Foto: Edu Bucher/Wikimedia Commons) 

Wie wenig die Glaziologen jedoch noch immer von den Zusammenhängen zwischen Eisbedeckung und Klima wissen, zeigt eine ebenfalls in dieser Woche im Magazin Nature veröffentlichte Eiskern-Studie. Danach war es in Grönland während der Eem-Warmzeit vor 130.000 bis 115.000 Jahren bis zu acht Grad Celsius wärmer als heute, trotzdem schrumpfte das Eis während der ganzen Zeit nur um ein Viertel. Grönland war damals also keineswegs eisfrei. Das abschmelzende Grönland-Eis, so die Forscher des beteiligten Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven, müsse deshalb einen viel geringeren Anteil am damaligen Meeresspiegel-Anstieg gehabt haben als bisher gedacht. Das bedeute allerdings im Umkehrschluss, dass geschmolzenes Antarktis-Eis hauptverantwortlich für den damals vier bis acht Meter höheren Meeresspiegel war.

klimaretter.info/mb


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