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Thüringen investiert in Stromspeicher

Thüringen beteiligt sich an einem hessischen Forschungsprojekt zur Speicherung regenerativer Energien in Form von erneuerbarem Methan. Wie das Thüringer Landwirtschaftsministerium mitteilte, geht es dabei um die Nutzung von Überschüssen aus der Energieerzeugung durch Windkraft- und Solaranlagen. Immer dann wenn mehr Wind bläst oder Sonne scheint, als die umgewandelte Energie ins Stromnetz passt, immer dann müssen derzeit Kraftwerke vom Netz. Und weil schwerfällige Grundlastkraftwerke wie Kohle- oder Atomreaktoren nicht kurzfristig an- oder abgefahren werden können, trifft es oft regenerative Kraftwerke. 


Zukunftstraum: Man nehme Windstrom und wandle das Produkt aus Biogasanlagen in Methan um: der perfekte Stromspeicher. (Foto: Bernd Müller, BMU)

Dagegen sollen Speichertechnologien helfen: Am Fraunhofer Institut für Windenergie- und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel wird an einem Verfahren geforscht, bei dem aus Strom Methan hergestellt wird. Als "Rohstoff" dient Biogas aus Biogas-Anlagen: Dieses hat aber noch einen hohen Anteil an Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff und ist somit für manche Anwendungszwecke nicht nutzbar. Daher müssen diese Stoffe erst entfernt und der Methananteil erhöht werden.

Thüringen investiert 300.000 Euro in eine Forschungsanlage im hessischen Bad Hersfeld. Dieselbe Summe kommt noch einmal aus Hessen. Die Anlage wird ausschließlich mit überschüssigem Strom aus Windkraft- und Solaranlagen betrieben. Das so veredelte Biogas kann ins Erdgasnetz eingespeist werden und je nach Bedarf zur Stromproduktion,  zum Heizen oder Tanken von Erdgasfahrzeugen genutzt werden. Die Methanisierung ist eine von mehreren Technologien, die derzeit zur Speicherung von überschüssigem Strom erforscht wird, eine andere in Brandenburg setzt beispielsweise auf Wasserstoff. Noch ist der Wirkungsgrad dieser Anlagen miserabel: Wirtschaftlich macht die Strom-Umwandlung noch keinen Sinn. Aber die Forschung soll das ja verbessern.

Das "Bio" in Biogas bedeutet übrigens nur, dass das Gas aus biologischem Material hergestellt wurde. Es bedeutet nicht, dass die hierfür verwendete Biomasse aus biologischer Landwirtschaft stammt. Insofern suggeriert Bioerdgas ein sauberes Image - tatsächlich aber werden die landwirtschaftlichen Rohstoffe für Bioerdgas in der Regel durch intensive Landwirtschaft hergestellt.

klimaretter.info/reni

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