Sterben der Baumriesen hält an
Immer mehr Baumriesen sterben. Die ökologisch wertvollen Giganten des Waldes machen zwar nur zwei Prozent der weltweiten Wälder aus, ihr Biomasseanteil ist jedoch weitaus größer und liegt bei über 20 Prozent. Das geht aus einem Bericht des Guardian hervor. Verantwortlich für das Aussterben der sensiblen Baumriesen seien unmittelbare anthropogene Einflüsse, aber auch mittelbare Auswirkungen des Klimawandels. So fördert die globale Erwärmung beispielsweise die räumliche Umverteilung oder die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheitserregern. Darüber hinaus können in regionaler Abhängigkeit dem Weltklimarat zufolge Witterungsextreme, etwa Dürren, häufiger werden und auf Waldgiganten zusätzlichen Stress ausüben. Nach den Erkenntnissen einer Studie aus Puerto Rico reagieren die Giganten empfindlicher auf derlei Stresssituationen als andere Baumarten.

Eindrucksvoll sind vor allem die gigantischen Wurzeln der Bäume. Häufig sind es Brettwurzeln, die den Bäumen den nötigen Halt garantieren. (Foto: Reimer)
Dem Guardian zufolge haben Langzeitstudien in den tropischen Regenwäldern in Mittel- und Südamerika und Afrika ergeben, dass die Bäume sich über Jahrhunderte gut auch an kurzfristige Extrembedingungen anpassen konnten, jedoch verletzlicher auf die gegenwärtigen Bedrohungen reagieren. Umliegende Rodungen erhöhen die Anfälligkeit der Bäume gegenüber Winden und ihrem empfindlichen Wurzelsystem, erklärt William Laurance von der James Cook University in Australien. Außerdem fangen die Kronen der Baumriesen erhebliche Mengen an Sonnenenergie ein, die für die Produktion von Biomasse sowie Früchten und Blättern eine hohe Bedeutung besitzen und wiederum die Ernährungsgrundlage für zahlreiche Tierarten darstellen.
"Nur wenige Baumarten sind genetisch so veranlagt, dass sie derlei Ausmaße erreichen können. Um zu einem Baumriesen heranzuwachsen, braucht es die richtigen Wachstumsbedingungen, viel Zeit und entsprechende Bedingungen für die Sämlinge. Eine Unterbrechung dieser Bedingungen kann zum Verlust der Bäume führen", erklärt Laurence weiter.
klimaretter.info/tony
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