Seetang zu Agrosprit
Seetang könnte zum Treibstoff der Zukunft werden: Forscher aus den USA haben erstmals genetisch geänderte Bakterien erfolgreich eingesetzt, die die in der Braunalge Saccharina japonica reichlich vorhandene Stärke sehr produktiv in Alkohol - chemisch Ethanol - umzuwandeln vermögen. Das Ethanol kann direkt als alternativer Kraftstoff eingesetzt oder zu anderen Energieträgern weiterverarbeitet werden. Nach Berechnungen würde drei Prozent der weltweiten Küsten ausreichen, um aus dort angebautem Seetang 227 Milliarden Liter Treibstoff herzustellen. Unklar ist allerdings noch, welche Umweltauswirkungen das hat.

Jetzt also ist die Braunalge die Hoffnung auf die künftige Mobilität der Gegenwart. (Foto: ba-lab)
Seetang wird schon seit geraumer Zeit großes Potential zur Produktion von Agrokraftstoffen eingeräumt - diese Algen enthalten rund 60 Prozent Zuckerverbindungen. Ihr großer Vorteil gegenber Landpflanzen ist, dass sie kein Lignin enthalten. Landpflanzen benötigen diesen Stoff für die Stabilisierung ihrer Struktur. Lignin hat den Nachteil schwer abbaubar zu sein, was die Nutzung von an Land gewonnener Agromasse deutlich erschwert.
Die Effektivität der genmanipulierten Bakterien testeten die Forscher des US-Biotechnik-Konzerns Bio Architecture Lab an der Braunalge Saccharina japonica, in der japanischen Küche eine Delikatesse unter dem Namen Kombu bekannt ist. "Die Fermentation ergab 80 Prozent des theoretisch machbaren Ethanol-Ertrags", schreiben die Forscher im Wissenschaftsmagazin Science. Zum Einsatz kamen Escherichia coli-Bakterien, denen Gensequenz eingeplanzt worden waren, die den Bauplan für ein Alginat-abauendes Enzym enthielt. Außerdem umfasste sie Gene, die den Umbau der Zuckerabbaustoffe in Ethanol bewirkten. Die Autoren weisen darauf hin, das derart die Ausbeute des Prozesses doppelt so hoch war, wie bei der gleichen Fläche mit Zuckerrohr, und fünfmal so groß wie bei einem vergleichbaren Maiseinsatz.
klimaretter.info/reni
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