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Albatros profitiert kurzfristig vom Klimawandel

Das Gewicht der Wanderalbatrosse hat sich in Folge klimabedingter Veränderungen in den vergangenen 20 Jahren um rund zehn Prozent erhöht. Dies ist das Ergebnis einer im Fachmagazin Science veröffentlichten Studie von Wissenschaftlern des französischen Nationalen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CEBC-CNRS) und des deutschen Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ). Demnach haben sich in den vergangenen Jahrzehnten durch die Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur die Westwinde auf der Südhalbkugel verstärkt sowie nach Süden verlagert. Die Albatrosse haben sich an die veränderten Verhältnisse angepasst und können mit den schnelleren Winden ihre Futterquellen nun schneller erreichen als zuvor. Dadurch verbringen sie weniger Zeit mit der Nahrungssuche.


Albatrosse haben eine Flügelspanne bis zu 3,5 Metern und können bis zu 12 Kilogramm schwer werden. (Foto: Wikipedia/Uwe Kils)

Neben dem Körpergewicht haben die Wissenschaftler zusätzlich Daten der letzten vier Jahrzehnte zur Nahrungssuche und zum Bruterfolg analysiert. Die Forscher beobachteten hierbei, dass die Tiere schneller wieder am Nest sind, weil sie weniger Zeit für die Nahrungssuche aufbringen müssen. "Dadurch hat sich der Bruterfolg verbessert", erklärt Henri Weimerskirch vom CEBC-CNRS.

Wanderalbatrosse leben unter anderem in den antarktischen Gewässern. Die Wissenschaftler haben für ihre Studie Vögel einer Brutkolonie auf den Crozetinseln im Südpolarmeer beobachtet. Mit Hilfe von Sendern und deren Verfolgung per Satellit können die Forscher die Wege der Tiere über eine Distanz von 3.500 Kilometern von der Brutkolonie verfolgen. Die veränderten Windbedingungen haben der Studie zufolge dazu geführt, dass die Albatrosse jetzt weiter südwärts fliegen, wo sie optimale Segelbedingungen vorfinden. Mit dem voranschreitenden Klimawandel könnte der entstandene Vorteil jedoch wieder verschwinden. Prognosen für das Jahr 2080 zufolge könnten sich die schnellen Westwinde weiter gen Südpol verschieben, sodass die Crozetinseln nicht mehr in ihrem Einflussgebiet lägen.

klimaretter.info/em

 

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