Klima-Gewinner und Verlierer in der Karibik
Das SEI-CIEL-Projekt (Climate Impact Equity Lens) des Stockholm Environment Institute (SEI) hat am Dienstag eine Studie über die Auswirkungen des Klimawandels in der Karibik veröffentlicht. Demnach besitzen die Menschen vor Ort sehr unterschiedliche Voraussetzungen, den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Während selbst im Jahr 2100 einige Menschen unberührt von den Folgen leben können, wird es andere folgenschwer treffen. Der Einfluss des Klimawandels auf den Einzelnen hängt der Studie zufolge vor allem vom Zugang des Einzelnen zu sauberem Trinkwasser und von der Geländehöhe seines Wohnortes ab sowie davon, ob er sein Einkommen aus einem vom Klimawandel besonders betroffenen Wirtschaftszweig bezieht.

Jeder wird mit den Folgen der Erderwärmung auf andere Weise konfrontiert. (Foto: Marco Dormino / UN Photo)
SEI-CIEL konzentriert sich nicht auf durchschnittliche Kennzahlen zu den Auswirkungen des Klimawandels, sondern verfolgt einen personenbezogenen Forschungsansatz. Hierbei werden die Vor- und Nachteile des Klimawandels anhand real existierender Personen analysiert. Nur auf diese Weise, so die Motivation des Forschungsprojektes, lassen sich belastbare Aussagen über die tatsächlichen Folgen des Klimawandels treffen.
"Man könnte denken, dass die geteilten klimatischen Bedingungen in der Karibik für alle dasselbe Schicksal in Bezug auf den Klimawandel bereit halten", sagte Ramón Buena, Koautor der Karibik-Studie von SEI-CIEL. "Weit gefehlt. Je nachdem wo die Familien leben, über welches Einkommen sie verfügen, woher sie es beziehen und ob sie Zugang zu frischem Wasser haben, sind sie ganz unterschiedlich anfällig für den Klimawandel."
Die durch die Klimafolgen verursachten Einkommensverluste werden bei SEI-CIEL ins Verhältnis gesetzt zu den Einsparungen durch ausbleibende Anpassungsmaßnahmen. Die Beispielperson auf den Britischen Jungferninseln (mit einem Einkommen von 40.000 US-Dollar, das sie aus einem wenig anfälligen Wirtschaftssektor bezieht, einer Geländehöhe des Wohnortes von über fünf Metern und einem ausreichenden Zugang zu Trinkwasser) etwa verzeichnet einen Einkommensverlust von 16 Prozent, dem ein Einkommensgewinn von 15 Prozent gegenüber steht. Dagegen muss die Beispielperson aus der Inselrepublik Dominica in der östlichen Karibik (mit einem Einkommen von 2.000 US-Dollar, das sie aus einem anfälligen Wirtschaftssektor bezieht, einer Geländehöhe von unter einem Meter und einem unsicheren Trinkwasserzugang) einen Einkommensverlust von rund 45 Prozent hinnehmen.
klimaretter.info/tony
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