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Schmetterlinge langsamer als Klimawandel

Schmetterlinge reagieren empfindlich auf Temperaturveränderungen und finden sich im Schnitt deutlich weiter nördlich als noch vor 20 Jahren. Auch Vögel finden sich in nördlicheren Gefilden, hier ist der Effekt jedoch deutlich geringer ausgeprägt. Forscher vom französischen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) haben gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig die Beobachtungen von ehrenamtlichen Naturschützern ausgewertet und damit die Verlagerung der Lebensräume der Tiere zwischen 1990 und 2008 berechnet und ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Nature Climate Change veröffentlicht.


Schmetterlinge wandern durch den Klimawandel nach Norden. (Foto: Konstanze Staud)

Die Temperaturzonen haben sich nach Angaben der Forscher um etwa 250 Kilometer nach Norden verschoben. Schmetterlinge haben ihren Lebensraum um durchschnittlich 114 Kilometer nach Norden verlagert. Besonders schnell angepasst an die Temperaturverschiebung haben sich Tagfalter. Diese bewegten sich 239 Kilometer und leben somit nahezu in denselben Temperaturzonen wie in der Vergangenheit. Schwerer als Schmetterlinge taten sich Vögel mit der Anpassung an veränderte Temperaturen: Ihre Lebensräume verlagerten sich nur um 37 Kilometer.

"Dass Schmetterlinge im Schnitt auf europäischer Ebene schneller auf den Klimawandel reagieren als Vögel, könnte daran liegen, dass sie relativ kurze Lebenszyklen haben und sehr temperatursensibel sind, was ihnen ermöglicht, Temperaturveränderungen besser zu verfolgen, als Vögel es können"", erklärt Oliver Schweiger vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.

Sorgen macht den Wissenschaftlern, dass Vögel sich nur schwer dem Klimawandel anpassen. Sie befürchten, dass dies in Zukunft Arten gefährden könne. Studienautor Josef Settele erläutert: "Zum Beispiel sind viele Vogelarten bei ihrer Ernährung auf Raupen bestimmter Schmetterlingsarten angewiesen und könnten daher unter den Veränderungen leiden. Je spezialisierter eine Art ist, umso gefährdeter wird diese durch solche Verschiebungen sein."

klimaretter.info/hb

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