Erderwärmung: Das Interesse steigt
Die Zahl der Presseartikel zum Thema "Klimawandel" hat sich seit 1996 weltweit auf das vier- bis achtfache erhöht. Eine Studie der Universität Hamburg verweist auf Unterschiede zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.
Die Forscher am KlimaCampus der Universität Hamburg durchforsteten etwa 80.000 Zeitungsartikel aus 23 Ländern. Um einen repräsentativen Querschnitt zu gewährleisten, wählten sie sowohl "Verursacher" der Erderwärmung aus wie beispielsweise die USA, Australien oder Frankreich, als auch "Betroffene" - Namibia, Indonesien oder Mexiko.

Für jedes Land untersuchten die Wissenschaftler ein nationales und qualitativ hochwertiges Leitmedium der überregionalen Tagespresse. Dieses wurde darauf überprüft, wie groß der Anteil von Beiträgen zum Thema Klimawandel im Verhältnis zu der Gesamtartikelzahl war. Ergebnis: Zwischen 1996 bis 2010 stieg die relative Zahl der Erwähnungen um das vier- bis achtfache, wobei sich das mediale Interesse seit 2005 auf einem hohem Niveau eingependelt hat.
In Europa und Nordamerika lässt sich ein vergleichbarer Trend erkennen: Die Zahl stieg deutlicher als in anderen Ländern, wobei die internationale Klimapolitik den Takt vorgab. "Die Spitzen der Berichterstattung liegen eindeutig bei den Klimakonferenzen 2007 und 2009 sowie bei den Berichten des Weltklimarates IPCC", erklärte Studienautor Mike S. Schäfer. Auch die Veröffentlichung von Al Gores Film "An Inconvenient Truth" habe deutlich zu dem steigenden Interesse beigetragen.

Zwar stieg das Interesse auch in den nicht-westlichen Ländern. Hier aber konnten die Wissenschaftler kaum länderübergreifende Übereinstimmungen finden. So würde die Berichterstattung selbst bei Nachbarstaaten mit ökonomisch ähnlicher Entwicklung sehr unterschiedlich ausfallen. Der Fokus liege meist bei nationalen und regionalen Auswirkungen des Klimawandels, die Schwellenländer besonders stark trifft. "Die Medien gehen hier individueller vor und interessieren sich weniger für scheinbar globale Anlässe", so die Hamburger Forscher.

Den Gründen für solche länderspezifischen Aufmerksamkeitsmuster sind Schäfer und seine Kollegen in einer nächsten Forschungsarbeit auf der Spur. Die Arbeit der Hamburger wurde jetzt in der Fachzeitschrift "Studies in Communication/Media" veröffentlicht.
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Zu einem ähnlichen Erlebnis war bereits eine Untersuchung im Dezember gekommen: Der Klimawandel erlebt einen medialen Höhenflug., über kein anderes Umweltthema wurde in den letzten sechs Jahren so viel geschrieben wie über die globale Erderwärmung. Das zeigt die neue Internetseite trendsinsustainability.com, die 115 Zeitungen aus 41 Ländern auswertete.

Die Hamburger Wissenschaftler bewerteten übrigends, wie oft über das Thema geschrieben wurde - nicht, ob der Inhalt der Berichterstattung Unsinn ist. Aber dafür gibt es ja den Klima-Lügendetektor: Im März beispielsweise setzte er sich mit diesem Text der Frankfurter Allgemeinen auseinander.
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