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32 Zentimeter bis 2050

US-Wissenschaftler haben das Schwinden der Eismassen in Grönland und der Antarktis untersucht: Die Eisschilde schmelzen nicht nur schneller, sondern könnten bei bei Fortsetzung des Trends auch stärker zum Meeresspiegelanstieg beitragen als bislang prognostiziert.

Von Sarah Messina

Die Eisschilde Gröndlands und der Antarktis schwinden mit immer höherer Geschwindigkeit. Wissenschaftler aus den USA berichten im Fachblatt Geophysical Research Letters, dass die Schmelze weitaus schneller zum Anstieg des Meerespiegels beitragen wird, als etwa der Weltklimarat 2007 noch prognostiziert hatte. Für ihre Studie haben die Forscher Daten zur Eismasse aus zwei Jahrzehnten mit zwei voneinander unabhängigen Methoden untersucht.


Eisschilde definieren sich den Wissenschaftlern zufolge durch eine Größe von mehr als 50.000 Quadratkilometern und kommen nur in Grönland und der Antarktis vor. (Foto: Eric Rignot)

Die Ergebnisse decken sich: Zwischen 1992 und 2009 hat sich der Eisverlust demnach sowohl auf Grönland als auch in der Antarktis im Vergleich zum Vorjahr jeweils noch einmal verschärft. Jahr für Jahr sind im Schnitt 36,3 Gigatonnen Eismasse mehr weggeschmolzen als noch im Vorjahr. In Grönland machte sich die beschleunigte Schmelze mit zusätzlichen 21,9 Gigatonnen pro Jahr bemerkbar, in der Antarktis mit 14,5 Gigatonnen, schreiben die Wissenschaftler des Nasa Jet Propulsion Laboratory in Pasadena und der Universität von Kalifornien in Irvine.

Im Jahr 2006 haben die Eisschilde Grönlands und der Antarktis demnach zusammen 475 Gigatonnen Masse verloren – genug um den globalen Meeresspiegel um im Schnitt 1,3 Millimeter pro Jahr zu heben. Für das gleiche Jahr sind durch eine andere Studie vergleichbare Ergebnisse für das Verhalten von Berggletschern und kleineren Eismassen verfügbar, die den Wissenschaftlern zufolge rund 420 Gigatonnen Eismasse verloren – allerdings liege die Beschleunigungsrate der Schmelze von Jahr zu Jahr dreimal niedriger als bei den großen Eisschilden Grönlands und der Antarktis.

Der IPCC prognostizierte einen Meeresspiegelanstieg von 18 bis 59 Zentimetern - bis Ende des Jahrhunderts

"Dass die Eisdecken beim Meerespiegelanstieg künftig eine dominierende Rolle spielen werden ist nicht überraschend", sagt Studienautor Eric Rignot. In den Eisschilden Grönlands und der Antarktis seien deutlich größere Eismassen gehalten, als etwa in Berggletschern. "Überraschend ist aber, dass sich das bereits heute bemerkbar macht". Setze sich der bisherige Trend fort, steige der Meeresspiegel "signifikant höher" als noch 2007 vom Weltklimarat prognostiziert.

Bleibt es auch in den nächsten vier Jahrzehnten bei der in der Studie ausgemachten Beschleunigungsrate, könnte der Meeresspiegelanstieg bereits 2050 bei 15 Zentimetern liegen, rechnen die Wissenschaftler vor. Fügt man dann noch den Einfluss der schmelzenden Berggletscher und kleinerer Eisflächen und die Ausdehnung der Ozeane durch die Erwärmung hinzu ergibt sich mit zusätzlichen acht und neun Zentimetern bis Mitte des Jahrhundets ein Meeresspiegelanstieg von 32 Zentimetern.

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