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Wanka: 400 Millionen für Energiewende

Das größte Förderprogramm für die Energiewende, das Deutschland je aufgelegt hat, will Bundesforschungsministerin Joahnna Wanka noch in diesem Jahr starten. 400 Millionen Euro sollen bis 2025 fließen. Dann sollen nicht mehr nur Machbarkeitsstudien oder Zukunftsszenarien vorliegen, sondern einsatzreife Konzepte im großtechnischen Maßstab.

Aus Berlin Sandra Kirchner

Abstrakte Pläne zur Energiewende gibt es nach Ansicht von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) genug. Nun soll Konkretes her: Wie lässt sich das Energiesystem ganz praktisch umbauen? Ihr Ministerium fördert in den kommenden zehn Jahren vier sogenannte Kopernikus-Projekte, die von je einem Forschungskonsortiun getragen werden. Anfang September sollen sie starten. Bis 2018 sollen zunächst zehn Millionen Euro pro Jahr in jedes der vier Projekte fließen, kündigte Wanka am Dienstag in Berlin an.

BildNach dem Willen der Forschungsministerin sollen sich die Bedingungen für energieintensive Unternehmen wie Zementwerke künftig ändern. (Foto: HeidelbergCement/Wikimedia Commons)

Weitere 280 Millionen Euro sollen bis 2025 zur Verfügung stehen – damit ist es das bislang größte Forschungsprojekt zur Energiewende in Deutschland. Das Ministerium knüpft hohe Erwartungen an das ambitionierte Vorhaben. "Bis 2025 bringen wir neue Energiekonzepte auf den Weg, die im großtechnischen Maßstaß angewendet werden können und die auch gesellschaftlich mitgetragen werden", sagte Wanka.

Neben Forschungsinstituten sollen deshalb private und kommunale Unternehmen, Verbände und zivilgesellschaftliche Organisationen die Energiezukunft Deutschland mitgestalten. Etwa 230 Institutionen sind nach der Ausschreibungsphase berücksichtigt worden. Kern ist eine neue Förderstrategie. "Wir haben eine Gruppe von Kollegen auf die Reise geschickt, um Probleme zu lösen, von denen wir heute zwar einen Startpunkt definieren können, aber noch nicht festlegen können, wie die Lösung aussieht", sagte Robert Schlögl vom Fritz-Haber-Institut.

Wasserstoff, Windgas und Netzanpassung

Eines der Forschungsprojekte befasst sich mit der Speicherung von überschüssiger erneuerbarer Energie durch Umwandlung in andere Energieträger wie beispielsweise Wasserstoff. Zwar gibt es zur Umwandlung von Windstrom in Methan bereits erste technische Pilotprojekte – wie der Einsatz in der breiten Maße gelingen kann, ist aber noch offen.

Unter der Führung von Walter Leitner, Professor für Technische Chemie und Petrolchemie an der RWTH Aachen, sollen diese "Power-to-X-Ansätze" zunächst in der Breite untersucht werden. Am Ende sollen mindestens drei Pfade zur großtechnischen Realisierung enwickelt werden, die bei hoher Effizienz möglichst viel Kohlendioxid einsparen sollen. Neben mehreren Forschungseinrichtungen kooperieren auch etliche Unternehmen und drei zivilgesellschaftliche Organisation in dem Forschungskonsortium.

BildDie Transformation des Energiesystems: Das Ergebnis ist noch offen, schön soll es aussehen. (Foto: Julie Raccuglia/Flickr)

Auch die drei weiteren Projekte sollen den Einsatz der Ökoenergien weiter vorantreiben. Eines befasst sich mit der Anpassung der Stromnetze an einen hohen Anteil erneuerbarer Energien. Zentrale Strukturen sollen mit dezentralen Netzen besser kombiniert werden. Weitere Kopernikus-Projekte betreffen die Neuausrichtung von Industrieprozessen auf eine fluktuierende Energieversorgung und die umwelt- und sozialverträgliche Transformation des Energiesystems.

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