BP: Die Klimaziele werden verfehlt
Der Ölkonzern veröffentlicht einen düsteren Ausblick auf die Energieversorgung bis 2030. Der Energieverbrauch der Welt steigt weiter - deutlich schneller, als Effizienzmaßnahmen und erneuerbare Energien mithalten können. Das Ziel, den Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen, wird damit deutlich verfehlt.
Von Hanno Böck
Der Ölkonzern BP veröffentlicht mit dem Energy Outlook 2030 eine Prognose, wie sich die Energieversorgung der Welt in den nächsten Jahrzehnten entwickelt. Demnach werden erneuerbare Energien zwar schnell wachsen und dank politischer Maßnahmen Fortschritte bei der Energieeffizienz erzielt. Diese Fortschritte reichten dem Bericht zu Folge aber nicht aus, um die Kohlendioxid-Emissionen zu senken. Dafür wachse der Energiebedarf der Welt zu schnell, so die Autoren.

Der Energieverbrauch steigt bis zum Jahr 2030 deutlich an. (Grafik: BP)
Innerhalb der nächsten 18 Jahre erwartet BP zwar eine Trendwende bei der Nutzung von Kohle und Öl. Allerdings bedeutet "Trendwende" nur einen leichten Rückgang im Gesamtenergiemix. Die fossilen Energieträger werden durch Erdgas verdrängt, welches zunehmend aus sogenannten unkonventionellen Quellen (Schiefergas und Kohleflözgas) stammen wird.
Der Gesamtenergieverbrauch wird der Untersuchung zu Folge weiter um durchschnittlich 1,7 Prozent pro Jahr ansteigen, bis 2030 bedeutet das einen Anstieg um insgesamt 40 Prozent. Der Anteil erneuerbarer Energien steigt demnach von 5 auf 18 Prozent.
Der Energieverbrauch wird vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern steigen. Während der Bericht in Industrieländern nur geringe Veränderungen des Energieverbrauchs prognostiziert, entfällt 93 Prozent des Wachstums auf nicht-OECD-Staaten.
2030 wird es 24 Prozent mehr Treibhausgase in der Atmosphäre als heute geben
Mit dem Wachstum des Energiehungers werden auch die Treibhausgas-Emissionen wachsen. Die Emissionen werden bis 2030 kontinuierlich weiter ansteigen, um durchschnittlich 1,2 Prozent pro Jahr. Das Ziel, die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre unter 450 PPM (Parts per Million) zu halten, würde damit deutlich verfehlt. 450 PPM gilt als Zielmarke, um die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen - wenngleich viele Klimaforscher inzwischen davon ausgehen, dass auch dieses Ziel nicht ausreicht.
BP betont in einer Zusammenfassung des Berichts, dass es sich bei den Szenarien nicht um Forderungen handelt, sondern um Entwicklungen, die Analysten des Konzerns für warscheinlich halten. Seit 1951 veröffentlicht die BP Gruppe den BP Statistical Review of World Energy mit Zahlenmaterial zur Energienutzung. Der jetzt veröffentlichte BP Energy Outlook enthält Interpretationen dieser Zahlen.
Einige Annahmen des Berichts dürften durchaus als umstritten gelten. So geht BP davon aus, dass die Ölförderung in den beiden wichtigsten Förderländern Russland und Saudi Arabien weiter ansteigt. In Russland sinken die Ölförderraten aber seit 2008 und viele Experten zweifeln auch daran, dass Saudi-Arabien seine Ölförderraten weiter ausbauen kann.

Die Ölförderung geht mittelfristig zurück, die Emissionen steigen weiter. (Foto: Genghiskhanviet, Wikimedia Commons)
Weiterhin geht der BP-Bericht für die Zukunft von einem fortgesetzten weltweiten Wirtschaftswachstum aus. Zwar werden auch Szenarien mit einem niedrigerem Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsprodukts betrachten, ein Rückgang des Wirtschaftswachstums wird aber nicht einmal als Möglichkeit angesehen.
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