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Schnelle Maßnahmen gegen den Klimawandel

Ein geringerer Ausstoß von Methan und Ruß könnten besonders schnell helfen, den Klimawandel abzubremsen. Ein Wissenschaftsteam schlägt 14 Wege vor, um dies zu erreichen. Das hätte auch positive Nebeneffekte auf lokaler Ebene.

Von Hanno Böck

Methan ist ein hochwirksames Treibhausgas, Rußpartikel tragen durch andere Effekte ebenfalls zur globalen Erwärmung bei. Während die Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen sehr langfristige Effekte hat, können bei Methan und Ruß schnelle Erfolge erzielt werden. Denn beide Schadstoffe werden relativ schnell abgebaut. Ein Team von Wissenschaftlern aus den USA und Österreich schlägt nun 14 Maßnahmen vor, die nach Modellrechnungen insgesamt die globale Erwärmung um 0,5 Grad abbremsen könnten.


Reisterassen bilden faszinierende Landschaften, sie sind aber äußerst klimaschädlich. (Foto: Jialiang Gao, Wikimedia Commons)

Die Studie, die vom NASA's Goddard Institute for Space Studies (GISS) und dem Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) erstellt und in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde, geht weiterhin davon aus, dass sich durch die Maßnahmen auch lokal viele Vorteile ergeben. Krankheiten würden vermieden und die Nahrungsmittelproduktion hätte Vorteile.

Methan wirkt nicht nur als Treibhausgas, es befördert auch die Entstehung von bodennahem Ozon. Während Ozon in der Atmosphäre wichtig ist, um die für den Menschen gefährliche UV-Strahlung der Sonne zu reduzieren, ist es am Boden gesundheitsschädlich. Vor allem Atemwegserkrankungen werden durch Ozon befördert. Ozon behindert weiterhin das Pflanzenwachstum und reduziert somit die Ausbeute in der Landwirtschaft.

Ruß - der sogenannte Black Carbon - ist selbst kein Treibhausgas. Trotzdem tragen Rußpartikel zum Klimawandel bei und das aus zwei Gründen. In der Atmosphäre führen Rußpartikel dazu, dass Sonnenlicht absorbiert wird und die Luft sich stärker erwärmt. Rußpartikel auf Schnee und Eis beschleunigen das Abschmelzen des gefrorenen Wassers, da der sogenannte Albedo-Effekt - das reflektieren von Sonnenlicht durch die helle Eisoberfläche - reduziert wird.


Autoabgase verursachen Rußemissionen - Rußpartikelfilter könnten helfen. (Foto: Wikimedia Commons)

Rußpartikel entstehen bei Verbrennungsprozessen. Zu nennen ist hier zum einen Dieselruß aus Fahrzeugen, Baumaschinen und Schiffen, aber auch die Verbrennung von Biomasse - vor allem von Holz - führt zu Rußemissionen. Rußpartikel sind sowohl für Herzerkrankungen, als auch für alle Arten von Atemwegserkrankungen verantwortlich.

Die Studienautoren untersuchten anhand von Klimamodellen 400 Maßnahmen, um Ruß- und Methanemissionen zu reduzieren. 14 davon wurden als besonders effektiv identifiziert. Die Autoren betonen, dass es sich bei allen vorgeschlagenen Maßnahmen um bewährte und einsatzbereite Technologien handelt.


Beim Brennen von Ziegeln aus Backstein entsteht besonders viel Ruß. (Foto: Soman, Wikimedia Commons)

"Wir haben gezeigt, dass die Einführung bestimmter praktischer Maßnahmen zur Emissionsreduktion, die die größten Vorteile für das Klima haben, gleichzeitig wichtige 'Win-Win'-Effekte für die menschliche Gesundheit und die Landwirtschaft haben", erklärt Studenautor Drew Shindell von der NASA. Die Autoren erhoffen sich, damit ein grundsätzliches Dilemma der Klimapolitik überwinden zu können: Viele Maßnahmen führen zwar global gesehen zu Vorteilen, aber einzelne Länder und Regionen, die diese umsetzen, haben anteilsmäßig nur einen geringen Vorteil davon.

Die Wissenschaftler haben in ihrem Modell weiterhin untersucht, welche Länder am stärksten von den vorgeschlagenen Maßnahmen profitieren würden. Die positivsten Effekte für den Klimaschutz hätten Maßnahmen in Russland, Tadschikistan und Kirgisistan. In diesen Ländern gibt es große schneebedeckte Regionen, die von Rußpartikeln besonders bedroht sind. In den südasiatischen Staaten Bangladesch, Nepal und Indien würden die größten Effekte für die menschliche Gesundheit erwartet. Hier sterben besonders viele Menschen durch Staubemissionen. In Iran, Pakistan und Jordanien wäre der wichtigste Effekt eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktivität.

Die 14 vorgeschlagenen Maßnahmen im einzelnen (1 bis 7 betrifft Methan, 8 bis 14 betrifft Rußpartikel):

  1. Auffangen von Gasemissionen in Kohleminen.
  2. Auffangen von Gas bei der Förderung von Öl und Vermeidung von Lecks bei Gasbohrungen.
  3. Reparatur von Leckagen bei Langstrecken-Gaspipelines.
  4. Vermeidung von Emissionen auf Mülldeponien.
  5. Moderne Technologien in Kläranlagen.
  6. Belüftung von unter Wasser stehenden Reisfeldern.
  7. Vermeidung von Emissionen bei der Nutzung von Dünger.
  8. Einsatz von Rußfiltern in Dieselfahrzeigen.
  9. Verbot von besonders emissionsintensiven Fahrzeugen.
  10. Einsatz von saubereren Technologien bei Kochherden.
  11. Einsatz von saubereren Technologien zur Bereitstellung von Warmwasser.
  12. Effizientere Verbrennnugstechnologien bei der Ziegel-Produktion.
  13. Modernere Technologien bei der Koks-Produktion.
  14. Verbot der Verbrennung von landwirtschaftlichen Abfällen.
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