FAO warnt vor Hungerkrise
Die starken Preisschwankungen auf den globalen Nahrungsmittelmärkten werden sich auch in Zukunft fortsetzen und wahrscheinlich noch weiter zunehmen. Dies geht aus dem am Montag vorgestellten Welthungerbericht hervor, der von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dem UN-Welternährungsprogramm und dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung herausgegeben wird. Von den Preisschwankungen und steigenden Preisen sind vor allem Menschen in Entwicklungsländern betroffen, weil sie den Großteil ihres Einkommens für Lebensmittel aufwenden müssen. In kleinen importabhängigen Staaten in Afrika ist die Lage besonders prekär.
Wenn der Ölpreis steigt, wird Brot für manche unbezahlbar. (Foto: flickr)
Die Entwicklung der Agrarmärkte bedroht nach Auffassung der drei Organisationen das Erreichen der Millenium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, die bis 2015 unter anderem eine Halbierung der Zahl der Hungernden gegenüber 1990 vorsehen. Hierfür fordern sie transparentere Regelungen für die Agrarmärkte, eine Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität, die Reduzierung von Nahrungsmittelverschwendung in den Industrieländern sowie einen nachhaltigeren Umgang mit natürlichen Ressourcen. Gleichzeitig streicht der Report aber auch die zentrale Rolle von sowohl öffentlichen als auch privaten Investitionen und der Offenheit der Märkte heraus. Exportbeschränkungen stellen nach Ansicht der Organisationen keine Lösung dar.
Als einen zentralen Faktor für die Nahrungskrise in einigen Regionen der Welt setzt sich der Welthungerbericht in diesem Jahr mit den starken Preisschwankungen auseinander, die sich unter anderem durch die immer engere Kopplung der Energiemärkte mit den Agrarmärkten sowie die steigende Nachfrage nach Agrosprit ergeben.
Der Bericht weist insbesondere darauf hin, dass selbst kurzfristige Schwankungen sehr langfristige Effekte haben können. Würden zum Beispiel Kinder in den ersten 1.000 Tagen nach ihrer Zeugung nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt, hätten sie hierunter ihr ganzes Leben lang zu leiden. Die Welternährungsorganisation schätzt die Zahl der Hungernden für 2010 auf 925 Millionen. Gegenüber dem Zeitraum 2006 bis 2008 hat sie sich damit um 75 Millionen erhöht. Um vor Preisschwankungen zu schützen, empfehlen die Organisationen "Sicherheitsnetze" für die Ärmsten.
klimaretter.info/em
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