FAO: Strafsteuern in der Landwirtschaft
Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen FAO will gegen klimaschädliche Intensiv-Landwirtschaftsmethoden vorgehen. Wie dowjones.de berichtet, erwägt die FAO klimarelevante Strafzölle. Auch Subventionen, die die Landwirtschaft weltweit umweltfreundlicher und produktiver machen sollen, seien in der Diskussion. "Es gibt keine grüne Gesellschaft ohne eine grüne Landwirtschaft", sagte Alexander Muller, Assistant Director General der UN-Organisation, am Rande einer Konferenz in Paris. Die Landwirtschaft gehöre bereits heute zu den Sektoren, die die Umwelt am stärksten belasten: rund 30 Prozent aller menschgemachten Treibhausgase entstehen hier.

Menschen satt machen ohne das Klima zu schädigen (hier ein Bäcker in Westchina): Die FAO will grüne Landwirtschaft subventionieren. (Foto: Reimer)
In einem gemeinsamen Bericht mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD empfiehlt die FAO deshalb nach dem Vorbild anderer Kohlendioxid-intensiver Sektoren die Einführung von Steuern nach dem Verursacherprinzip auch in der Landwirtschaft. Gerade kleinere Landwirte sollten zu umweltfreundlicheren Praktiken ermutigt werden. Subventionen für die Produktion von Agrotreibstoffen sollten abgeschafft werden, heißt es in dem Bericht weiter. Europa und die USA unterstützen beispielsweise Agrotreibstoffproduzenten mit geschätzen 6 Milliarden US-Dollar pro Jahr. "Diese Anreize gehen in die falsche Richtung", sagte Muller. "Sie fördern den am wenigsten effizienten Nutzen der eingesetzten Mittel."
Die Europäische Union, die die weltweit höchsten Subventionen für Landwirtschaft zahlt, will im Oktober über Pläne beraten, wie die Subventionszahlungen mit Umweltschutzmaßnahmen gekoppelt werden können, um eine "grüne" Produktion von Nahrungsmitteln zu fördern. Muller sagte, es bleibe abzuwarten, ob es sich bei der Umsetzbarkeit der Pläne auch um wirklich umweltfreundliche Veränderungen handle oder nur um ein grünes Mäntelchen. Mit dem erwarteten Bevölkerungsschub - bis zum Jahr 2050 soll es mehr als 9 Milliarden Menschen geben - wird die Nahrungsmittelproduktion um 70 Prozent wachsen - fortgeschrieben auf dem derzeitigen Entwicklungspfad der sichere Weg in den Klimakollaps.
klimaretter.info/reni
Guter Journalismus kostet
Sie können die Texte auf klimaretter.info kostenlos lesen. Erstellt werden sie jedoch von bezahlten Redakteuren. Unterstützen Sie den Klimaretter-Förderverein
Klimawissen e. V. einmalig durch eine Spende oder dauerhaft mit einer Fördermitgliedschaft.
Spendenkonto
Die Schlagzeilen um 15 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Überraschung der Woche
Röttgens Täuschung, Altmaiers Fahrrad und Merkels Verantwortung Kalenderwoche 20: Fachlicher Kompetenz führt nicht dazu, ein politisches Amt zu begleiten. Aber das ist leider ein allgemeiner Trend, findet Michael Müller, SPD-Politiker und -Vordenker und Mit-Herausgeber von klimaretter.info: In der Politik kommt es heute mehr auf das Management von Macht an als auf eine programmatische Idee. [mehr...]
Meinungen: Etscheits Alltagsstress
Ich liebe es! Einmal den Uli Hoeneß machen, auf jedes Umweltgewissen pfeifen und beim Burgerbrater um die Ecke so richtig die Ökosau rauslassen - wäre das nicht irgendwie herrlich? Nun ja ... Lesen Sie selbst!
Von Georg Etscheit [mehr...]
Jahrestag
Das Fukushima-Dossier
11. März 2011: Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, fast 20.000 Menschen sterben. Die Atomanlagen havarieren, ein politischer Tsunami folgt. Kanzlerin Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Welt diskutiert die Atomkraft. Zum Jahrestag präsentiert klimaretter.info jenes Dossier, das damals im Nachrichtendschungel Orientierung gab. [mehr]
Aktion des Monats Das Netzwerk Friends of the Earth hat eine Europäische Bürgerinitiative für den EU-weiten Atomausstieg gestartet. BUND-Hubert Weiger, einer der Initiatoren sagt, mit der Volksinitiative habe man "jetzt endlich eine greifbare Möglichkeit, den Weg in eine sichere und saubere Energiezukunft zu ebnen". Nutzen wir sie! [mehr] | Zu Ihrem Vorteil Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann müssen Sie uns helfen! Unabhängiger Journalismus kostet Geld, und wenn RWE, Vattenfall, die CDU oder die Netzbetreiber nicht dafür zahlen, dann doch wohl Sie! Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Klimaretter-Jobbörse
Die Pioniere der Energiewende
Ein Elektroingenieur für den Bereich Netzanschluss gesucht? Einen Sicherheitsexperten für die Windkraft? Eine Klimaberaterin für die Verbraucherzentrale in Mainz? Auf der klimaretter.info Jobbörse werden viele spannende Jobs zur Energiewende angeboten. [mehr]
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | Klimaretter-Beichtstuhl Na, doch wieder einmal schwach geworden? Doch wieder eine unnötige Strecke mit dem Auto gefahren? Doch wieder ins Flugzeug gestiegen? Fehler zu (be)kennen, ist der erste Schritt zur Besserung: Erzählen Sie einfach sich, was Sie bereuen. Und warum. Sie werden sehen: Das erleichtert! Nutzen Sie einfach unseren "klimaretter.info-Beichtstuhl". [mehr...] |
Vattenfall: Einfach schlecht vorbereitet
Es gibt Werbekampagnen, die so schlecht sind, dass man sich fragt, wie sie jemals zustande kommen konnten. Ist die Agentur zu blöd? Wollen die Chefs, die die Kampagne abnehmen, ihre Firma bewußt schädigen? Ist das Produkt so miserabel, dass es[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Durban Dezember 2011 - COP17 in Südafrika
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13





Weltweit landet nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO etwa ein Drittel der gesamten Nahrungsmittelproduktion auf dem Müll. Damit werden auch Ressourcen wie Wasser und Energie vergeudet - und unnötige Treibhausgas-Emissionen freigesetzt.
"Wir haben es satt!" - Professoren fordern ein Ende der Massentierhaltung, Umweltschützer rufen zur Demo für eine ökologischere Landwirtschaft am 22. Januar auf: Auch der Dioxin-Skandal zeige, dass es "höchste Zeit für ein Umdenken in der Agrarpolitik" ist. Von Sarah Messina
Volksrepublik wird sich nach Einschätzung binnen zehn Jahren zum größten Importeur für landwirtschaftliche Produkte entwickeln
Der EU-Landwirtschaftskommissar will Subventionen für Bauern gerechter verteilen und stärker auf Öko-Komponenten ausrichten. Milliarden-Empfänger Deutschland ist davon wenig begeistert. Von Sarah Messina
Mit einer halben Billion US-Dollar haben die Staaten weltweit den fossilen Energien im vergangenen Jahr unter die Arme gegriffen. Obwohl sich die G20-Staaten 2009 darauf verständigt hatten, die Subventionen schrittweise auslaufen zu lassen, sind sie gegenüber 2009 weiter gestiegen. IEA und OECD fordern dringend Reformen.
Bodenerosion in Gebirgen gefährdet notwendige Intensivierung der Landwirtschaft
OECD-Studie: Kohlendioxid-Emissionen könnten durch das Auslaufen lassen von Staatshilfen für fossile Energieträger um zehn Prozent gedrückt werden
EU-Agrar-Kommissar Dacian Ciolos legt in Brüssel seine Reformpläne vor: Großbauern sollen künftig weniger Geld bekommen, die Direktzahlungen auf 300.000 Euro begrenzt werden. Dem Vorschlag zufolge soll jeder Bauer zwingend mindestens sieben Prozent seiner Flächen für Hecken, Wiesen oder Waldflächen nutzen.
Unter dem Motto "Wir haben es satt" haben in Berlin 22.000 Menschen gegen Tierfabriken und Gentechnik und die Ausrichtung der Agrarpolitik auf die industrielle Landwirtschaft protestiert.
Arbeiter sollen mit einem Flüssigglas-Gemisch die undichte Stelle geschlossen haben
Mais ist in Mexiko Grundnahrungsmittel wird immer teuerer. Dennoch wollte die Regierung auch die Produktion von Agrosprit aus Mais vorantreiben - eine entsprechende Gesetzesreform ist jedoch vorerst gescheitert. Aus Mexiko-Stadt Daniela Pastrana
Nahrungsmittelversorgung kann weltweit durch den Einsatz ökologischer Landwirtschaft verdoppelt werden
In der Bundesrepublik stagniert der Ausbau der ökologischen Landwirtschaft - Die Grünen machen den Vorrang für konventionellen Anbau verantwortlich, Verbände kritisieren EU-Agrarpolitik und fordern einen Systemwechsel.
FAO-Weltfischereibericht: Die Menschen haben im vergangenen Jahr mehr Fisch gegessen als jemals zuvor. Klimawandel bedroht Kaltwasserfische
Die Messe Biofach in Nürnberg feiert derzeit trotz Umsatzeinbußen der Branche im letzten Jahr die Öko-Landwirtschaft. wir-klimaretter.de sprach mit dem Vorsitzenden der Arbeits- gemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft (ABL), Friedrich-Willhelm Graefe zu Baringdorf, über "Krisen" der Biobranche, Agrarministerin Ilse Aigner und den deutschen Bauernverband.


