Nestlé-Chef fordert Ende von Agrosprit
Die Warnung gehört hat man schon oft, jedoch bislang nicht aus diesem Mund: Nestlé-Chef Peter Brabeck-Letmathe sieht im Anbau von Energiepflanzen für die Agrosprit-Produktion eine Bedrohung für die Welternährung. In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau spricht er sich dafür aus, den Anbau von Energiepflanzen, die mit der Nahrungsmittelproduktion konkurrieren, künftig zu verbieten.

Bio-Diesel an deutschen Tankstellen - Ursache für den Welthunger? (Foto: Brigitte Hiss / BMU)
"Das heißt, dass Lebensmittel als Mittel fürs Leben eingesetzt werden und nicht als Mittel für die Fortbewegung von Autos", sagte Peter Brabeck-Letmathe gegenüber der Frankfurter Rundschau. "Es ist ein Unding, dass heute über die Hälfte des amerikanischen Mais und ein Fünftel des ganzen Zuckeranbaus in Biotreibstoffe umgesetzt wird, während es gleichzeitig nicht genügend Lebensmittel gibt, um die Menschheit zu ernähren."
Ganz uneigennützig dürfte das Kalkül des Nestlé-Chefs dabei nicht sein: Der Konzern wurde in der Vergangenheit scharf kritisiert, da für Palmöl, welches in Nestle-Lebensmitteln zum Einsatz kommt, Regenwald in Indonesien gerodet wurde. Palmöl wird in erster Linie für die Produktion von Lebensmitteln genutzt, in zunehmendem Maße jedoch auch als Energieträger. Regelmäßig liefern sich Vertreter beider Industrien Propagandaschlachten, in denen der jeweils andere Industriezweig zum Hauptverantwortlichen für die Regenwaldzerstörung gemacht wird.
klimaretter.info/hb
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