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Initiative fordert Discounter-Transparenz

Aldi, Lidl, Rewe, Edeka oder Metro – sechs Supermarktketten beherrschen den deutschen Lebensmittelmarkt. Damit Verbraucher verantwortungsvolle Kaufentscheidungen treffen können, wollen das Supermarktinitiative-Bündnis und das CorA-Netzwerk die Unternehmen jetzt mit einer neuen Kampagne zu mehr Transparenz bewegen: Nicht nur Luxuskonzerne, sondern auch Discounter rühmen sich demnach in Hochglanzbroschüren ihrer sozialen und ökologischen Werte. Gleichzeitig seien sie jedoch immer wieder für Umweltschäden und die Verletzung von Arbeitnehmerrechten verantwortlich.


In Berliner Prinzessinnengarten wird die Transparenz-Initiative am heutigen Donnerstagabend offiziell gestartet. (Foto: prinzessinnengarten.net)

"Hungerlöhne, unbezahlte Überstunden und Umweltschäden sind keine Einzelfälle bei der Produktion von Waren, die täglich in den Regalen von Supermärkten und anderen Unternehmen angepriesen werden", sagt Franziska Humbert, Referentin für soziale Unternehmensverantwortung bei Oxfam Deutschland. Neben der Offenlegung zentraler Informationen zur Unternehmenspraxis in Bezug auf Arbeitnehmerrechte, Korruption, Lobbyaktivitäten oder Umwelt- und Klimaschutz sollen Unternehmen künftig auch ihre Lieferanten und Produktionsstandorte veröffentlichen, fordert die Transparenzkampagne in einem Aufruf an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Verbraucher sollen erkennen können, unter welchen sozialen und ökologischen Bedingungen Produkte hergestellt werden: Discounter wie Aldi und Lidl dürften zwar "mit ihrem angeblich sozialen Verhalten werben, müssen die Arbeitsbedingungen bei sich und in ihrer Lieferkette aber nicht preisgeben", kritisiert Sandra Dusch Silva von der Christlichen Initiative Romero. Deutschland sei gegenüber anderen europäischen Länder wie Frankreich, Norwegen oder Schweden im Hinblick auf die gesetzliche Offenlegungspflicht für Unternehmen "ein Nachzügler".

Zur Supermarktinitiative haben sich Entwicklungs- und Umweltorganisationen, Verbände der bäuerlichen Landwirtschaft und Gewerkschaften zusammengeschlossen. Das CorA-Netzwerk (Corporate Accountability) ist ein Zusammenschluss von 49 zivilgesellschaftlichen Organisationen. Mehr Infos auf www.supermarktmacht.de

klimaretter.info/sam

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