Neuer Agrar-Export-Rekord
Nie hat Deutschland mehr Nahrungsmittel ins Ausland verkauft als 2010: Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte, betrug das Exportergebnis im vergangenen Jahr 54 Milliarden Euro. "Die Entwicklung ist mit durchschnittlich zweistelligen Wachstumsraten in den letzten Monaten ungebrochen positiv", erklärte Gerd Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Landwirtschaftsministerin.

Im Westen Chinas: Kommt dieses Schwein aus Deutschland? Vermutlich nicht. Aber deutsche Schweinetransporter karren bereits heute Schweine aus Deutschland lebendig bis weit hinter den Ural - eine tagelange Qual für die Tiere. (Foto: Reimer)
Deutsche Milch für die ganze Welt: 2010 wurden 20 Prozent mehr über die Grenzen gekarrt, was einer Steigerung des Ausfuhrwertes um 7,3 Milliarden Euro entspricht. Galt es früher einmal als modern, hochwertige Waren des Maschinen- oder Anlagebaus aus Deutschland durch eine Exportstrategie stärker zu fördern, so hat die schwarz-gelbe Bundesregierung eine Exportoffensive für die Landwirtschaft aufgelegt. "Die Milchwirtschaft ist auf einem guten Weg", erklärt denn auch Staatssekretär Müller, der von der Opposition als "Außenhandelsminister im Bundesagrarministerium" verspottet wird. Mittlerweile gibt es selbst in China Milch von deutschen Kühen zu kaufen.
Das Ministerium konnte jüngst bereits einen Erfolg bei der Schweinefleisch-Produktion vermelden: 2010 waren in der Bundesrepublik 58 Millionen Schweine gemeuchelt worden. Insgesamt aber führt die Bundesrepublik mehr landwirtschaftliche Produkte ein, als exportiert werden: 2010 waren es acht Prozent mehr als 2009, insgesamt belief sich der Wert der Importe damit auf 60,7 Milliarden Euro. Ist aber irgendwie auch klar: Aus Brasilien muss schließlich das Sojafutter für die Deutschen Rindviecher importiert werden, damit die genug Milch für den chinesischen Export erzeugen.
Bisher ungeklärt ist, wie die Transportemissionen in die deutsche Klimabilanz eingehen: Schließlich entstehen die aus Schiffsdieseln beispielsweise in internationalen Gewässern - weshalb sie ebenso keine Anrechnung auf die deutsche Klimabilanz finden, wie jene, die beim Roden und Anlegen der Sojafelder in Brasilien entstehen.
klimaretter.info/reni
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