Marokko braucht Weizen
Marokkos staatlicher Weizenhändler, das Office National Interprofessionnel des Cereales et des Legumineuses (ONICL), will 280.000 Tonnen Mahlweizen kaufen, um einer Lebensmittelknappheit vorzubeugen. Das Getreide sei für inländische Mühlen im Rahmen des staatlichen Programms für subventioniertes Mehl bestimmt, hieß es aus Kreisen der ONICL.

In Marokko waren im Februar die Weichweizenvorräte auf den niedrigsten Stand seit mehreren Monaten gefallen, lediglich eine Million Tonnen lagert noch in den Hallen. Steigende Preise für Grund-Nahrungsmittel waren einer der Gründe, die in Nordafrika und dem Nahen Osten die Protestwellen mit ausgelöst hatten. Nach der verheerenden Dürre 2010 in Russland, Brasilien und Australien, den Überschwemmungen in Indien, Pakistan und Australien im vergangenen Jahr gibt es weltweit so wenig Getreide auf dem Markt wie noch nie. Der Nahrungsmittelindex der FAO ist seit Monaten auf Rekordniveau. In Russland war wegen Knappheit der Marktpreis für Kartoffeln kürzlich über den Preis von Bananen geklettert.
Nach einer Berechnung der Weltbank verdoppelte sich der Weizenpreis von Oktober 2010 bis Januar 2011 um 15 Prozent. Wegen der hohen Lebensmittelpreise habe die Zahl der Armen um 44 Millionen zugenommen. Insgesamt leben nach UN-Schätzungen mehr als eine Milliarde Menschen in extremer Armut. Die Teuerung bei den Lebensmitteln habe nur deshalb nicht noch mehr Menschen in die absolute Armut gedrängt, weil in einigen Regionen Afrikas die Ernten gut ausgefallen seien.
klimaretter.info/reni
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