Essen wird teurer
Die Preise für Nahrungsmittel sind 2010 in Deutschland kräftig gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am heutigen Donnerstag mitteilt, legten die Nahrungsmittelpreise im Dezember 2010 gegenüber Dezember 2009 um 3,6 Prozent zu. Den stärksten Preisanstieg gab es im Jahr 2010 bei Speisefetten und -ölen mit 8,7 Prozent. Dieser ist in erster Linie auf die Preisentwicklung von Butter (23,7 Butter) zurückzuführen. Auch mittelfristig zeigt sich der anhaltende Teuerungstrend der Nahrungsmittelpreise: Seit 2005 stiegen sie um 13 Prozent.

Weltweit knappes Gut im Jahr 2011: Getreide. (Foto: Schulze von Glaßer)
Anfang 2011 hatte die Welternährungs-Organisation FAO Alarm geschlagen. Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen hat einen Preisindex zur Entwicklung der Grundnahrungsmittel entwickelt. Im Dezember war der auf den Wert von 215 Punkten geklettert, den höchsten je gemessenen Wert. Der Index sagt aus, wie teuer Zucker, Weizen, Milch und Co. gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2002 bis 2004 geworden sind. Der Getreidepreis lag im Dezember 2010 demnach 238 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2002 bis 2004, der für Hülsen- oder Ölfrüchte lag 263 Prozent darüber, Zucker war sogar 398 Prozent teurer. Die FAO kann auch ziemlich exakt projizieren, was diese Preisentwicklung zur Folge hat: Hungerrevolten. 2008 waren Grundnahrungsmittel schon einmal so teuer, damals war es vor allem in Afrika und Zentralamerika zu massiven Hungerrevolten gekommen.
Doch anders als damals rechnen die Experten dieses Mal nicht damit, dass sich die Lage schnell entspannt. Zu massiv hat die Erderwärmung das Agrarjahr 2010 bestimmt. Die Dürren in Russland, der Ukraine und Kasachstan, der trockene Sommer in den USA, Brasilien und Argentinien haben die Ernten genauso geschmälert wie die ungewohnt heftigen Unwetter und Überschwemmungen in China, Thailand, Pakistan oder Australien.
klimaretter.info/reni
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