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"Bio" und "Klimaschutz" - ist das vereinbar?

Auf dem traditionellen "Nature & More Dinner", zu dem alljährlich während der BioFach Führungskräften aus der Wirtschaft und Umwelt-Verbänden geladen werden, forderten Vertreter von Greenpeace, dem Bio-Weltverband IFOAM oder dem TÜV Nord , dass auch die Bio-Branche klare Ziele für den Klimaschutz definieren müsse. 

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Bio-Gemüse aus Neuseeland? Ist aber gar nicht Öko! (Foto: Reimer)

"Die industrialisierte Landwirtschaft ist einer der größten Klimasünder unserer Zeit," skizziert Welthandelsexperte Jürgen Knirsch von Greenpeace. "Allein der übertriebene Düngereinsatz verursacht jährlich einen Ausstoß von Klimagasen, die über 2 Milliarden Tonnen Kohlendioxid entsprechen". Dabei lässt sich ein Großteil der Klimakiller in der Landwirtschaft schon mit relativ einfachen Maßnahmen vermeiden. IFOAM-Chef Gerald Herrmann: "Ganz klar haben wir im Bio-Landbau im Vergleich zu konventionellen Bauern die bessere Ausgangsposition, wenn es um den Klimaschutz geht. Trotzdem dürfen wir uns nicht auf dieser Grundlage zu Ruhe setzen. Auch wir müssen den Schutz der Atmosphäre so ernst machen, wie es die Zeit erfordert." 

Das ist gelinde ausgedrückt. Bio-Äpfel aus Neuseeland, Bio-Erdbeeren aus Indonesien - längst stößt den Kunden sauer auf, dass Bio eben nicht gleich Öko ist. In Großbritannien gibt es eine Bewegung, die Produkte aus biologischen Anbau dann aus den Regalen entfernt, wenn deren Energiebilanz das Produkt völlig "unökologisch" macht. Herrmann: "Wir müssen einen Weg finden, die internationalen Richtlinien für die Bio-Zertifizierung mit den Klimaschutzzielen der UNO besser zu synchronisieren." 

Eine Möglichkeit zeigte der niederländische Bio-Importeur Eosta auf der internationalen Fruchtmesse "Fruit Logistica" vor Wochenfrist in Berlin. Zusammen mit dem TÜV Nord präsentierten die Niederländer ihr Modell des "klimaneutralen Obstes". Eosta-Chef Volkert Engelsman: "Wir haben uns dafür entschieden, alle Treibhausgasemissionen, an denen wir, unsere Lieferanten und Kunden beteiligt sind, offen zu legen, sie zu reduzieren und schließlich vollständig zu kompensieren. Wir meinen, das sind wir dem mündigen Verbraucher des 21. Jahrhunderts, also der Welt unserer Kinder und Enkel schuldig." 

klimaretter.info/reni

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