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EU: Bauern sollen gegen Klimawandel kämpfen

Knapp drei Monate vor der Weltklimakonferenz in Kopenhagen hat Europas politische Spitze von der Landwirtschaft entschlossene Schritte im Kampf gegen den Klimawandel gefordert. Das Problem der Erderwärmung läute auch für die Agrarpolitik eine neue Ära ein, sagte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel beim informellen Treffen der europäischen Agrarminister im schwedischen Växjö. "Das wird eines der entscheidenden Probleme in den nächsten Jahrzehnten."

Sie betonte, die Emissionen der europäischen Landwirtschaft seien seit 1990 zwar bereits um ein Fünftel gesunken. Dies liege aber zum Teil an weniger Tierhaltung, aber auch an mehr Effizienz und besseren Technologien. Obwohl die Natur ihre Grenzen habe, gebe es noch "eine Menge Potenzial für kosteneffektive Klimamaßnahmen".

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Mariann Fischer Boel möchte die Bauern mehr zur Verantwortung ziehen. (Foto: EU-Kommission)

"Die Landwirtschaft kann noch mehr Methan, Lachgas und Kohlendioxid einsparen." Sie könne mehr Kohlendioxid in den Böden einlagern und Biomasse liefern. "Wenn wir das alles von den Bauern verlangen, müssen wir sie auch unterstützen", sagte Fischer Boel. Notwendig sei die "richtige Balance zwischen verbindlichen Pflichten und positiven Anreizen".

Was sie nicht erwähnt: Bisher hat die EU versagt, was positive Anreize angeht. Stattdessen hat sie beispielsweise Agrarsubventionen auch an eindeutig klimaschädigende Unternehmen gezahlt. So erhielten neben vielen anderen RWE und die Lufthansa diese Steuermittel, die ursprünglich für Landwirte gedacht waren.

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Die deutsche Agrarministerin Ilse Aigner lobte die Landwirte für ihre jetzt schon erreichten Ziele. Mit besserer Technik, moderner Betriebsführung und neuen Züchtungen könnte die Landwirtschaft jedoch noch mehr erreichen. "Würde die Tonne Getreide oder der Liter Milch mit noch weniger Treibhausgasemissionen produziert werden, so sichere dies gleichzeitig auch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Landwirtschaft", sagte die Ministerin. Sie warnte außerdem vor zu hohen Vorgaben durch die Regierungen: "Vor dem Hintergrund der modernen Produktionsmethoden und –techniken, die wir bei uns haben, halte ich es unter dem Gesichtpunkt des Klimaschutzes für kontraproduktiv die notwendige Produktionsausweitung in andere Länder zu verlagern."

[Erklärung]  
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