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Hunger durch Konflikte und Klimawandel

Erstmals innerhalb der vergangenen Dekade ist die Zahl der Hungernden im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Weltweit litten 815 Millionen Menschen unter Hunger – 38 Millionen mehr als noch im Jahr davor. Das entspricht elf Prozent der Weltbevölkerung. Die Zahlen haben die Vereinten Nationen in ihrem Welternährungsbericht veröffentlicht. Als Hauptursachen benennt der UN-Bericht bewaffnete Konflikte und den Klimawandel.

BildMenschen im Südsudan – die Lage hier ist besorgniserregend. (Foto: Daniel Rosenthal/​Welthungerhilfe)

Zusammengestellt wurde der Bericht von der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO, dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung, dem Welternährungsprogramm sowie vom UN-Kinderhilfswerk Unicef und der Weltgesundheitsorganisation.

Vor allem in Subsahara-Afrika, Südostafrika und Westafrika hat sich die Situation durch Konflikte sowie Dürren und Flutereignisse massiv verschlechtert. Betroffen sind vor allem Menschen, die auf dem Land leben. Als Kleinbauern, Landlose sowie Nomaden, Fischer und Indigene ist ihre Existenz direkt von den Umweltbedingungen abhängig. Innerhalb dieser Gruppen wiederum leiden vor allem Frauen und Kinder. Weltweit stirbt alle elf Sekunden ein Kind an den Folgen von Mangel- und Unterernährung.

Die Welthungerhilfe nannte die Zahlen "alarmierend" angesichts des Ziels der Staatengemeinschaft, dass ab 2030 niemand auf der Welt mehr hungern muss. "Die steigende Zahl der Hungernden in der Welt markiert eine Trendwende in die falsche Richtung", sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe Bärbel Dieckmann. "Wir haben keine Zeit für leere Versprechen mehr." Auch die zukünftige Bundesregierung müsse den Kampf gegen Hunger ganz oben auf die Prioritätenliste setzen und weiterhin Investitionen in die Landwirtschaft vornehmen und eine faire Agrarpolitik vorantreiben.

klimaretter.info/em

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