Ministerium hält vegetarisches Catering ein

Anfang Februar hatte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) verfügt, dass bei Veranstaltungen ihrer Behörde nur noch vegetarisches Catering angeboten werden soll. Bei Dienstleistern oder Caterern, die Veranstaltungen des Ministeriums beliefern, sollten laut Medienberichten seitdem ausschließlich Speisen ohne Fleisch- und Fischprodukte bestellt werden. Zudem sollten Erzeugnisse aus biologischem Anbau, saisonale und regionale Lebensmittel sowie Ware aus fairem Handel bevorzugt werden. Wie klimaretter.info jetzt erfuhr, wurde die Selbstverpflichtung weitgehend durchgehalten. 

BildMehr als 70 Mal gab es im vergangenen Halbjahr vegetarisches Essen auf Veranstaltungen des Bundesumweltministeriums. (Foto: HNBS/​Pixabay)

Seit Februar fanden oder finden noch bis zum Ende der Legislaturperiode insgesamt 74 Veranstaltungen mit Verpflegung statt, bei denen das Bundesumweltministerium Veranstalter oder Mitveranstalter war oder ist, teilte das Ministerium auf Nachfrage von klimaretter.info mit. "Mit Ausnahme von sechs Veranstaltungen entsprach das Catering bei allen Events vollständig den Vorgaben des Ministeriums", erklärte eine Sprecherin.

In zwei der sechs Fälle sei das Ministerium nicht alleiniger Veranstalter gewesen. Schließlich könne man, sofern das Ministerium nicht federführend ist, den Partnern das vegetarische Catering nicht vorschreiben. In den vier übrigen Fällen gelte, dass die Selbstverpflichtung zu vegetarischem Catering auch bei eigenen Veranstaltungen des Ministeriums in begründeten Fällen Ausnahmen zulasse. Konkrete Gründe, warum die Ausnahme-Regelung angewendet wurde, konnten gegenüber klimaretter.info aber nicht genannt werden, diese seien nicht dokumentiert worden, hieß es nur.

Derzeit ernähren sich mehr als vier Prozent der Erwachsenen in der Bundesrepublik vegetarisch, der Anteil ist dabei unter Frauen mit 6,1 Prozent deutlich höher als der unter Männern mit 2,5 Prozent. Nach Angaben des Umweltministeriums trägt die Ernährung jährlich pro Kopf mit rund 2,1 Tonnen zu den klimaschädlichen Emissionen von rund 9,4 Tonnen bei. Pflanzliche Kost verursacht dabei erheblich weniger an klimaschädlichen Gasen im Vergleich zu Fleisch – und hier besonders Rindfleisch – sowie Butter und Milchprodukten.

klimaretter.info/jst

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