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Harte Vorwürfe gegen Burger King

Umweltschützer der US-amerikanischen Organisation Mighty Earth werfen der Fastfood-Kette Burger King vor, systematisch zur Brandrodung von Regenwald beizutragen. Die Kette sorge nicht ausreichend dafür, dass Fleisch von Anbietern ausgeschlossen wird, deren Tiere mit Sojabohnen von Brandrodungsflächen gefüttert wurden. Mighty Earth untermauert die Vorwürfe mit einem kürzlich veröffentlichten Bericht. Konkret geht es um rund 700.000 Hektar Waldflächen, die zwischen 2011 und 2015 für Sojafelder niedergebrannt worden sein sollen.

BildFotovergleich von untersuchten Flächen in Brasilien: Die Umwaldung von Wald- in Ackerflächen ist deutlich zu erkennen. (Foto: Screenshot/​"The Ultimate Mystery Meat"/​Mighty Earth/​Google Earth)

Als Beleg für die Vorwürfe verweist Mighty Earth auf Luftaufnahmen, Satellitenbilder, Analysen der Lieferketten sowie Interviews mit Soja-Farmern. Das Material soll zeigen, das systematisch Fleisch von Tieren auf den Verkaufstheken von Burger King landet, die mit Soja aus niedergebrannten tropischen Wäldern gefüttert wurden.

Im Mittelpunkt der Kritik stehen die US-Agrarkonzerne Cargill und Bunge, die laut der Umweltorganisation als einzige Agrarhändler in den untersuchten Gegenden in Brasilien und Bolivien aktiv sind und Soja aus Brandrodungsflächen kaufen. "Die Verbindungen sind ganz eindeutig", sagte Glenn Hurowitz, Geschäftsführer von Mighty Earth, der britischen Zeitung The Guardian. "Bunge und Cargill beliefern Burger King und andere Fleischverkäufer mit Soja."

Mighty Earth wurde im vergangenen Sommer von Henry Waxman gegründet, bis 2014 Kongressabgeordneter und Architekt der Klimapolitik der US-Demokraten. Die Umweltorganisation wirft Burger King vor, sich keine Unternehmensrichtlinien zu geben, die den Schutz der Umwelt durch die Lieferketten sicherstellen. Forderungen zivilgesellschaftlicher Organisationen, sich auf verantwortungsvolle Zulieferer zu verpflichten und Informationen über die Lieferkette offenzulegen, habe der Konzern wiederholt zurückgewiesen.

"Burger King ist zwar nicht das einzige Unternehmen, dessen Praktiken zu großen Umweltproblemen führen", heißt bei Mighty Earth auf die Frage, warum der Bericht sich gerade mit Burger King näher befasst. "Aber durch seine Größe, durch seine umfassenden Beziehungen zu anderen großen Nahrungsmittelkonzernen und durch seine fehlende Bereitschaft, sich mit den Problemen zu befassen, eignet sich Burger King gut, um die Geschichte der globalen Fleischwirtschaft zu erzählen."

klimaretter.info/em

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