Das Umweltbundesamt empfiehlt Sonntagsbraten
Weniger Fleisch ist besser für das Klima: Umweltbundesamt-Präsident Andreas Troge empfahl am Donnerstag in der Berliner Zeitung eine "Rückkehr zum Sonntagsbraten und eine Orientierung an mediterranen Ernährungsgewohnheiten".

Der Wiederkäuer ist durch den Ausstoß von Methan einer der Hauptübeltäter im Klimakrimi Landwirtschaft
Ein wenig Verzicht sei "wohl kaum" ein Verzicht auf Lebensqualität, so Troge. Und schone neben der Gesundheit auch das Klima. Nach Berechnungen des Umweltbundesamts verursacht die Landwirtschaft und vor allem die energieintensive und klimaschädliche Fleischproduktion etwa 15 Prozent aller Treibhausgasemissionen Deutschlands.
Troge fordert deshalb mehr Mittel von Bund und Ländern für klimaschonende Landwirtschaft bereitzustellen, den Einsatz von Dünge- und Futtermitteln efiizienter einzusetzen und die Umstellung der Produktion auf Ökolandbau voranzutreiben: Der binde durch die verstärkte Anreicherung des Bodens mit Humus mehr Kohlendioxid.
Bauernverbandschef Gerd Sonnleitner bekam das gar nicht gut: Es sei "billige Effekthascherei" die Kuh an den Pranger zu stellen, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. In der Tat, der Bauernverband rechnet etwas anders in Sachen Klima. Laut Sonnleitner bindet die Landwirtschaft erhebliche Mengen Kohlendioxid und konnte den Treibhausgasausstoß seit 1990 sogar verringern.
Eine ähnliche Debatte wurde bereits im September letzten Jahres geführt: Der Bauernverband hatte einen von der Verbraucherorganisation Foodwatch veröffentlichten Bericht über die immensen Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft mit dem Vorwurf der Fälschung von Klimabilanzen quittiert und dabei Zahlen des Umweltbundesamtes angeführt. Jedoch nicht ganz korrekt: Das Amt wies Sonnleitner darauf hin, dass in der Bilanzierung des Bauernverbands weder internationalen Richtlinien entspräche noch die zitierten Zahlen des UBA nachzuvollziehen sei.
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