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Tausende Demonstranten "haben es satt"

Einen Tag nach Eröffnung der "Grünen Woche" haben am Samstag Tausende Bauern, Umweltschützer und Verbraucher in Berlin zum siebten Mal gegen die Marktmacht der großen Agrarkonzerne demonstriert. Auf dem Potsdamer Platz stimmten die Organisatoren des Bündnisses die Zuhörer mit scharfer Kritik gegen die Bundesregierung und die Agrar-Lobby auf die Demonstration ein. "Wir fordern ein Ende der Subventionen für die Agrarindustrie und den Stopp von Mega-Fusionen im Agrar­sektor. Stattdessen brauchen wir Anreize für Bauern, die Tiere besonders artgerecht halten und umwelt­schonend wirtschaften", sagte Jochen Fritz, Sprecher des "Wir haben es satt!"-Bündnisses, dem mehr als 100 Organisationen aus Landwirtschaft, Imkerei, Natur-, Tier- und Verbraucherschutz, Entwicklungspolitik und aus dem Lebensmittelhandwerk angehören.

BildAuch vor der Berliner Filiale des Chemiekonzerns Bayer machten die Demonstranten halt. Sie werfen dem Chemieriesen vor, Böden und Tieren mit seinen Herbiziden massiv zu schaden. (Foto: Wir haben es satt!)

Besonders aufgebracht sind die Unterstützer des Bündnisses über die Fusionen von Agrar- und Chemieriesen wie Bayer und Monsanto. Wegen der Monopolisierung des Agrarsektors würden Hungerlöhne gezahlt und die Tierhaltung immer mehr industrialisiert, kritisieren die Demo-Organisatoren. Die ökologische Landwirtschaft werde hingegen von der Politik kaum unterstützt. "Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt muss endlich dafür sorgen, dass die bäuerlichen Betriebe vom gesellschaftlich gewollten Umbau hin zu einer ökologischeren, tierfreundlicheren Landwirtschaft profitieren", erklärte ein Sprecher des Bündnisses. "Herr Schmidt darf nicht noch mehr Zeit verlieren und muss Agrarpolitik für Bauern statt die Agrarindustrie machen!" Insgesamt kamen laut Veranstalter rund 18.000 Teilnehmer in die Hauptstadt, im vergangenen Jahr hatte das Bündnis noch 5.000 Teilnehmer mehr gezählt. 

Zu einer Gegendemonstration am Berliner Hauptbahnhof unter dem Motto "Wir machen euch satt" versammelten sich gleichzeitig rund 500 Bauern und Lokalpolitiker. Die ausschließlich konventionell wirtschaftenden Bauern demonstrierten gegen hohe Auflagen und "Verunglimpfungen durch Spitzenpolitiker". 

klimaretter.info/sg 

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