Anzeige

Vegane Wurst-Namen verbietbar

Entgegen bisheriger Äußerungen von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) kann die Bundesregierung selbst gegen Lebensmittel-Namen wie "vegane Currywurst" oder "vegetarische Chicken Nuggets" vorgehen. Das erklärte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis in einem heute veröffentlichten Interview mit dem Tagesspiegel. Laut der EU-Richtlinie über die Kennzeichnung von Lebensmitteln könne jedes Mitgliedsland auch selbst gegen Verbrauchertäuschung beim Essen vorgehen. "Deutschland kann die Bezeichnung vegane Currywurst schon jetzt verbieten, wenn die Regierung eine Irreführung der Verbraucher belegen kann", wird der EU-Kommissar zitiert.

BildBei Lebensmitteln, die klar als Obst und Gemüse erkennbar sind, gibt es zum Glück noch keine Namensdebatte. (Foto: Eric Hunt/​Wikimedia Commons)

Einig zeigt sich der EU-Kommissar laut dem Tagesspiegel mit dem deutschen Minister in seiner Kritik am veganen Lebensstil, vor allem bei jungen Menschen. Bei Kindern und Jugendlichen drohten sehr schnell Mangelerscheinungen, sagte Andriukaitis, der vor seiner politischen Karriere als Arzt gearbeitet hatte. Jede einseitige Ernährung sei gefährlich, vor allem aber in der Kindheit.

Der deutsche Minister war zuletzt nach einiger medialer Aufregung von seiner Forderung nach einem Namens-Verbot für "vegane Wurst" abgerückt, hielt aber an seiner Auffassung fest, nur Fleisch dürfe als "Fleisch" bezeichnet werden. Die Frage aber, was "vegan" und "vegetarisch" genau bedeuteten, könne nur auf europäischer Ebene geklärt werden, hatte Schmidt kurz vor dem Jahreswechsel behauptet.

klimaretter.info/jst

[Erklärung]  
blog comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen