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Klimawandel trifft US-Ernten

Für jeden einzelnen Tag über 30 Grad Celsius kann der Ernteertrag von Mais und Soja um rund fünf Prozent schrumpfen. Das ist ein Ergebnis einer neuen Studie eines internationalen Forschungsteams, die bald im Fachmagazin Nature Communications erscheint. Die Zahl steht beispielhaft für die aus Computer-Simulationen gewonnene Erkenntnis: Der Klimawandel und die damit einhergehende globale Erwärmung sind ein Risiko für einige der wichtigsten Getreidesorten.

BildDie Vereinigten Staaten sind der größte Soja-Produzent und -Exporteur jeweils vor Brasilien. Aber auch in der Ukraine wird die Bohne angebaut. (Foto: R. Pinheiro/​Agência Brasil/Wikimedia Commons)

Im Prinzip war das natürlich schon vorher bekannt. "Wir wissen aus Beobachtungen, dass hohe Temperaturen landwirtschaftliche Nutzpflanzen schädigen können, aber jetzt verstehen wir die Prozesse besser", sagte Bernhard Schauberger vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Leitautor der neuen Studie.

Ein Beispiel: Das größte Problem ist nicht unbedingt die Hitze, sondern die durch Hitze bedingte Trockenheit. In Regionen, in denen innerhalb der Simulation stärker bewässert wurde, fielen die Ernteverluste geringer aus, wenn sie auch nicht komplett verschwanden. "Allerdings gibt es für diese Anpassung eine Grenze – in manchen Regionen gibt es einfach nicht genügend Wasser", sagte Ko-Autor Joshua Elliot von der Universität Chicago.

Die Wissenschaftler haben nur die Ernten in den USA untersucht. Die Auswirkungen, so warnen sie, würden aber weit über die USA hinausgehen. Der Grund: Das Land ist einer der größten Exporteure von Getreide, bei Ernteverlusten könnten also die Weltmarktpreise steigen. Vor allem in armen Ländern kann das bereits eine Hungerkrise auslösen.

klimaretter.info/scz

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