Massentierhaltung trotzt Klimaschutz

Das Ziel im Klimaschutzplan 2050, die Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft bis 2030 um 31 bis 34 Prozent gegenüber 1990 zu verringern, will die Bundesregierung ohne eine Reduzierung der Nutztierbestände hierzulande erreichen. Das betont sie in einer jetzt veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag.

BildRund 27 Millionen Schweine werden in Deutschland gehalten, zu großen Teilen nicht einmal zur Eigenversorgung, sondern für den Export. (Foto: Konstanze Staud)

Anlass für die Anfrage ist ein geplantes Gesetz zur Begrenzung und Verminderung der Umweltauswirkungen von Intensivtierhaltung. Bisher gebe es dazu nur einen internen Entwurf des Umweltministeriums, betont die Bundesregierung. "Auf Basis dieses Entwurfs laufen derzeit vorbereitende Gespräche mit Blick auf die Einleitung der Ressortabstimmung."

Gegenwärtig leben laut den Angaben in der Bundesrepublik etwa 12,6 Millionen Rinder, 27 Millionen Schweine, 48 Millionen Legehennen und 161 Millionen Masthühner. Zusammen mit Schafen, Puten und anderen größeren Tieren seien das mehr als doppelt so viele Nutztiere wie Menschen. Die Tierhaltung trage mit knapp 95 Millionen Tonnen CO2 oder 71 Prozent zum landwirtschaftlichen Treibhausgasausstoß bei, wenn man die Bereitstellung der Futtermittel in Deutschland mitberücksichtige. Für die Grünen hat die bundesdeutsche Tierhaltung damit einen entscheidenden Anteil an der Klimakrise.

Konkrete Verbesserungen resultieren aus dem Gesetzentwurf, legt die Antwort der Bundesregierung nahe, vor allem durch eine Anpassung der Technischen Anleitung (TA) Luft. Durch stickstoffreduzierte Fütterung sollen die Ammoniak-Emissionen in Anlagen für Mastschweine um 20 Prozent sinken, in der Geflügelhaltung um zehn Prozent. Jeweils 70 Prozent Einsparung bei Ammoniak und bei Staub soll die Abgasreinigung in großen Schweine- und Geflügelställen bringen.

klimaretter.info/jst

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