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Welternährungsorganisation: Agrarwende!

Die Landwirtschaft muss nach dem Willen der Welternährungsorganisation FAO schnell nachhaltiger werden. Schon heute würden die Auswirkungen des Klimawandels die Ernährungssicherheit beeinträchtigen; mit voranschreitendem Klimawandel könne sich die Lage vieler Kleinbauern erheblich verschlechtern. "Business as usual" ist nach Ansicht von FAO-Chef José Graziano da Silva keine Option: "Die internationale Gemeinschaft muss sich heute mit dem Klimawandel auseinandersetzen, Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei müssen in die Lage versetzt werden, klimafreundlich zu produzieren", schreibt Graziano da Silva im Jahresbericht der Organisation. Eine mögliche Lösung seien agrarökologische Methoden.

BildBei den meisten Bauern im Sudan ist industrielle Landwirtschaft kein Thema, nach Ansicht der FAO bietet sie auch keine Lösungen. (Foto: Fred Noy/UN Photo)

Die industrielle Landwirtschaft kann aus Sicht der FAO keine langfristigen Lösungen bieten. Auch der sogenannten klimasmarten Landwirtschaft erteilt die Organisation eine Absage: Einfache technologische Lösungen gebe es nicht. Nur gemeinsam könnten Hunger, Armut und Klimawandel erfolgreich bewältigt werden. Dafür brauche es kleine Betriebe, die die vorhandenden Ressourcen umwelt- und klimafreundlich nutzen.

Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln wird laut FAO-Prognose bis zur Mitte des Jahrhunderts mindestens um 60 Prozent im Vergleich zu 2006 steigen. Ursachen für den rasch wachsenden Bedarf sind die weltweite Zunahme der Bevölkerung, steigende Einkommen und schnelle Verstädterung. Dem FAO-Bericht zufolge sind bis 2030 aufgrund der Erderwärmung weltweit zwischen 35 und 122 Millionen Menschen zusätzlich von Hunger und Armut bedroht. Vor allem die Lage von Kleinbauern in Südasien und Afrika könne sich durch zunehmende Extremwetterereignisse wie Dürren und Starkregen verschlechtern.

Die Landwirtschaft trägt mit rund einem Fünftel zum weltweiten Treibhausgas-Ausstoß bei. Doch für die Zukunft ist die Welternährungsorganisation zumindest teilweise optimistisch. Demnach will rund ein Drittel aller Länder mit ihren Selbstverpflichtungen für das Pariser Abkommen den Klimawandel dadurch abmildern, dass sie den Agrarsektor umbauen und zusätzliche Gelder zur Verfügung stellen.

Nach Ansicht von Klimaforschern ist der Paris-Vertrag gleichbedeutend mit einem Stopp aller Treibhausgasemissionen in nächster Zukunft und der raschen Förderung von CO2-Senken, zum Beispiel durch Wiederaufforstung in von der Landwirtschaft aufgegebenen Gebieten, durch humusfördernde Landwirtschaft – also Agrarökologie – oder die Wiedervernässung von Moorgebieten.

klimaretter.info/kir

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