Klimawandel bedroht Ernährungssicherheit

Jeden Abend geht einer von neun Menschen hungrig zu Bett. Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO ist die Zahl der Hungernden seit 1990 um 216 Millionen gesunken, doch noch immer leiden 795 Millionen Menschen weltweit unter Hunger und Unterernährung. Vor allem in Entwicklungsländern haben viele Menschen nicht ausreichend zu essen: 13 Prozent sind dort von Hunger betroffen, in den Industrienationen liegt der Anteil seit Jahren unter fünf Prozent. Jedes Jahr sterben mehr Menschen an Unterernährung als an Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen. Der heute begangene Welthungertag soll an diese humanitäre Katastrophe erinnern. In diesem Jahr steht er unter dem Motto "Das Klima ändert sich, Lebensmittel und Landwirtschaft müssen sich auch ändern".

BildLebensmittelausgabe in Pakistan: Vor allem in Entwicklungsländern sind Menschen von Hunger und Unterernährung bedroht. (Foto: Wayne Gray/Wikimedia Commons)

Zwar konnte der Hunger in Lateinamerika, in Teilen Asiens sowie im nördlichen und westlichen Afrika deutlich verringert werden, aber um Mangelernäherung weltweit auszumerzen, bedarf es weitaus größerer Anstrengungen. Dabei haben sich die Vereinten Nationen vorgenommen, bis 2030 den Hunger zu beenden, doch Krisen, Konflikte, Naturkatastrophen und die Folgen des Klimawandels wie Stürme, Überschwemmungen oder Dürreperioden erschweren die Bekämpfung des Hungers und gefährden die Ernährungssicherheit.

Die meisten Nahrungsmittel werden nach wie vor von vielen Millionen Kleinbauern erzeugt, die weniger als zwei Hektar Land bewirtschaften. Zugleich sind diese Menschen die Mehrzahl der Hungernden. "Nur eine ökologisch intensivierte, vom Einsatz teurer Betriebsmittel aus den Chemieunternehmen unabhängige Landwirtschaft kann die wirtschaftliche Situation dieser Bauern stabilisieren und nachhaltig für Ernährungssouveränität sorgen", sagte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Um den Hunger zu mindern, müssten die politischen Rahmenbedingungen vor Ort stimmen. Aber auch die enorme Nachfrage der Europäer nach Soja als Tierfutter sowie ihre zu Dumpingpreisen exportierten Lebensmitteln hätten negative Auswirkungen auf die weltweite Ernährungssicherheit.

Papst Franziskus ruft in seiner Botschaft zum Welthungertag zur Umkehr bei der Nutzung der Natur auf: Traditionelle Bewirtschaftsformen würden zwar belächelt, könnten den Millionen von Hunger Betroffenen aber entscheidend dabei helfen, ihre schlechte Ernährungssituation zu beenden. Auch der Klimawandel, dessen Hauptverursacher der Mensch sei, müsse gestoppt werden.

klimaretter.info/kir 

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