805 Millionen Menschen hungern

Jeder neunte Mensch hungert auf der Welt: Nach Erhebung des Welternährungsprogramms WFP sind derzeit 805 Millionen Menschen von Mangelernährung betroffen. 98 Prozent der Hungernden leben in Entwicklungsländern, 525 Millionen in Asien und der Pazifikregion. Hunger sei das größte Gesundheitsrisiko weltweit, heißt es beim Welternährungsprogramm, mehr Menschen würden jährlich an Hunger sterben als an Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen. Wegen der Erderwärmung werde sich das Problem bis 2050 vergrößern, besonders in der afrikanischen Sub-Sahara, warnt das WFP. Immer mehr fruchtbares Ackerland sei durch Erosion, Versalzung und Wüstenbildung bedroht.

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Ein Fleischmarkt in Stone Sity auf Sansibar: Jeder neunte Mensch hat nicht genug zu essen. (Foto: Nick Reimer)

Nach einem Bericht der Food and Agriculture Organisation (FAO) der Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung bis 2050 auf neun Milliarden wachsen. Die globale Nachfrage nach Nahrungsmitteln wird demnach um voraussichtlich 70 Prozent steigen, wobei auch immer mehr Ernten für sogenannte Bio-Energie und für andere industrielle Zwecke verwendet würden. Einerseits sei es daher für Entwicklungsländer wichtig, produktiver zu werden, die Infrastruktur zu reformieren und mit Ressourcen nachhaltiger umzugehen. Andererseits müssten Kleinbauern, die den Großteil der Landwirte in Entwicklungsländern ausmachen, unterstützt werden, um einen gerechteren Zugang zu Märkten zu bekommen, und Anreize für nachhaltige Landwirtschaft erhalten.

Der Weltklimarat IPCC hatte in seinem jüngsten Sachstandsbericht geschrieben, dass die Folgen des Klimawandels auf die Ernährung schwer abzuschätzen seien. Eine Anpassung landwirtschaftlicher Methoden an das veränderte Klima könne Ernteverluste zwar mindern, aber nicht ausgleichen, so die IPCC-Autoren. Ärmere Regionen werden vom Rückgang der Nahrungsmittelproduktion härter getroffen als wohlhabende.

klimaretter.info/reni

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