Bauernverband schönt Klimabilanz
Vom Klimakiller zur Kohlendioxidsenke - Auf eine von der Verbraucherorganisation Foodwatch in Auftrag gegebenen Studie zur Klimawirkungen der Landwirtschaft des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung reagierte der deutsche Bauernverband mit der Behauptung, Land- und Forstwirtschaft würden mehr schädliche Treibhausgase binden als freisetzen - unter Berufung auf Zahlen des Umweltbundesamtes. "Das Bundesumweltamt bilanzierte deshalb, dass den Emissionen der Land- und Forstwirtschaft von 133 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent im Jahr etwa eine Bindungswirkung von 168 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent gegenübersteht", so die Mitteilung des Verbands.

Die Landwirtschaft verursacht ebenso viel Treibhausgas-Emissionen wie der Straßenverkehr Foto: Reimer
In einer Stellungnahme zu Treibhausgasemissionen aus der Forst- und Landwirtschaft wies Umweltbundesamt-Vize Thomas Holzmann den Bauernverband jedoch darauf hin, dass die Zahlen falsch wiedergegeben seien und die Bilanzierung von Emissionen und Einbindungen "gemäß internationaler Konventionen unzulässig". Man könne nicht von einer Kohlendioxidsenke in der Landwirtschaft sprechen.
Foodwatch fordert Bundesminister Horst Seehofer anlässlich der am heutigen Donnerstag beginnenden Herbsttagung der Agrarminister der Länder im sächsischen Meißen auf, die klimaschädigenden Auswirkungen der Landwirtschaft endlich anzuerkennen und Landwirtschaft in die Klimapolitik mit einzubeziehen. Wie für andere Wirtschaftsbereiche müssten auch in der Landwirtschaft klare Reduktionsziele festgesetzt werden.
HIER finden Sie die Mitteilung des Deutschen Bauernverbands - und HIER die Antwort des Umweltbundesamtes
Und HIER die Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung zu den Klimawirkungen der Landwirtschaft in Deutschland
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