Arabica-Kaffee stirbt aus

Ein Team äthiopischer und britischer Wissenschaftler hat herausgefunden, dass wilde Kaffeesträucher der Sorte Arabica vom Aussterben bedroht sind. Das ist das Ergebnis einer Studie, in der die Forscher anhand von Verbreitungskarten und Klimamodellen verschiedene Szenarien zur Entwicklung der Kaffeesorte entwerfen. Von den bisher existierenden Gebieten, an denen der wilde Arabica wachsen kann, werden demnach bis 2080 im günstigsten Fall 65 Prozent verschwinden – und im ungünstigsten Fall 100 Prozent. Die Arabica-Bohnen haben im Unterschied zu Robusta- oder Tiefland-Kaffee eine wesentlich geringere Toleranz gegenüber dauerhaft hohen Temperaturen, daher sind sie durch die globale Erwärmung stark gefährdet.


2080 könnte die wilde Arabica-Bohne verschwunden sein. Keine guten Nachrichten für Kaffee-Liebhaber. (Foto: Stanislaw Szydlo/Wikimedia)

Auch die Plantagenwirtschaft wäre von der Entwicklung zumindest langfristig betroffen, denn kommerziell angebaute Arabica-Variationen haben nur eine geringe genetische Spannbreite. Deshalb müssen immer wieder wilde Pflanzen aus dem Herkunftsgebiet in Äthiopien bei der Zucht eingekreuzt werden. Wenn dies wegfallen sollte, sind die Plantagenpflanzen auf Dauer kaum vor Krankheiten oder Schädlingen zu schützen.

In einigen Regionen, wie dem Südsudan, wird sich der Klimawandel sogar schon lange vor dem Jahr 2080 bemerkbar machen, wie die Studie herausstellt. Dort werde es bereits 2020 keinen wilden Arabica-Kaffee mehr geben. Erste Vorboten dieser Entwicklung zeigten sich den Forschern zufolge bei einem Besuch der Region im April des Jahres: Viele Kaffeepflanzen seien krank oder sogar schon abgestorben gewesen, neue Keimlinge gebe es kaum noch.

klimaretter.info/bb

 

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