Shrimps klimaschädlicher als Steak
Eine Portion Partykrabben kann das Klima so stark belasten wie die Verbrennung von 90 Litern Benzin. Das ist das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie, die auf der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science (AAAS) in Vancouver vorgestellt wurde. Die Zahl bezieht sich auf typische Krabbenfarmen in Südostasien, für die oftmals wertvolle Mangrovenwälder gerodet werden, wodurch große Mengen an Treibhausgasen freigesetzt werden.

Hundert Gramm Shrimps verursachen umgerechnet 198 Kilogramm Kohlendioxid (Foto: Flickr/cc)
Die Untersuchung des Waldökologen J. Boone Kauffman von der Oregon State University basiert auf mehreren Schätzungen, die nach Angaben des Wissenschaftlern typischen südostasiatischen Shrimps-Farmen entsprechen. In relativ großen und durchschnittlich produktiven Betrieben würden hier pro Hektar 50 bis 500 Kilogramm Krabben produziert. Weil die Standorte schnell verdrecken, ziehen die Farmen oft bereits nach fünf Jahren weiter.
Andere Studien hatten bereits ergeben, dass die Rodung von einem Hektar Mangrovenwald einen Klimaschaden verursacht, der dem Ausstoß von 1.472 Tonnen Kohlendioxid entspricht. Folglich verursache jede hundert Gramm Shrimps die, so Kauffmann, "erstaunliche Menge" von 198 Kilogramm Kohlendioxid. In dieser Zahl sind also noch nicht einmal die Emissionen aus Aufzucht, Verarbeitung und Transport berücksichtigt.
Alternative: Shrimps aus dem "Krabbengewächshaus" in Deutschland
Wegen ihrer niedrigen Preise werden Shrimps aus Südostasien inzwischen in alle Welt exportiert. Der Studie zufolge wären sie aber rund zehnmal so klimaschädlich wie südamerikanisches Rindfleisch, das wegen der Abholzung der dortigen Regenwälder unter Umweltschützern bereits als Klimakiller gilt. Um die ökologischen Probleme möglichst zu vermeiden, werden inzwischen auch in Deutschland in ersten Anlagen Shrimps produziert.
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