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Weltbank warnt vor Hungerkrise

Es brennt und brennt und brennt: Weil in den Kornkammern Europas die Brände einfach nicht einzudämmen sind, steht eine Getreideknappheit aus. Schon hat Russland ein Exportverbot für Weizen verhängt und  die Preise haben sich innerhalb eines Monats verdoppelt. Und kein Ende der Brandkatastrophe ist in Sicht.

Von Johanna Treblin

Die Weltbank hat vor einer Ernährungskrise gewarnt. Insbesondere die Weizenernte falle in diesem Jahr wegen Bränden in Russland geringer aus. Ein großer Teil der Ernte ist bereits zerstört, Russland, drittgrößter Weizenerzeuger, hat bereits einen Ausfuhrstopp für Weizen auferlegt. Die Preise haben sich innerhalb eines Monats verdoppelt.

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Die Weizenernte in Russland bricht ein - die Preise steigen. (Foto: Deutscher Bauernverband)

"Exportverbote beeinträchtigen den Markt und führen dazu, dass Länder Nahrungsmittel horten", sagte Weltbank-Direktorin Ngozi Okonjo-Iweala nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung. Sie warnte andere Weizenexportländer davor, Russlands Beispiel zu folgen. Die Weltbank fürchtet eine Nahrungsmittelkrise ähnlich der von 2008. Okonjo-Iweala denkt daher darüber nach, einen Fonds zu reaktivieren, der vor zwei Jahren geschaffen wurde und Entwicklungsländer bei Einkauf und Produktion von Nahrungsmitteln unterstützen sollte. Darin lagern aktuell rund 615 Millionen Euro.

Russland wird seit Wochen von einer Jahrhunderthitze und einer damit einhergehenden schweren Dürre heimgesucht. Das hat massive Brände ausgelöst, die Russland in eine schwere ökologische, wirtschaftliche und humanitäre Katastrophe gestürzt haben. Der Brotpreis ist in der Hauptstadt Moskau innerhalb weniger Tage um 20 Prozent von 15 auf 18 Rubel (45 Cent) für einen 380 Gramm schweren Brotlaib gestiegen. Auch in Deutschland war der Getreidepreis schon wegen dem langen Winter und der heißen Sommerwochen gestiegen.

Seit Tagen liegt giftiger Smog über Moskau. Starke Winde ließen die Rauchwolken zwar am Mittwoch zunächst verschwinden, der russische Wetterdienst warnte jedoch, dass der Smog bald zurückkehren könnte. Die Zahl der Menschen in der Stadt, die an den Folgen der Hitze sterben, hat sich auf mehr als 700 täglich verdoppelt. Unmittelbar im Feuer umgekommen sind bisher 54 Menschen.

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Man sieht Moskau (oben links) vor lauter Qualm auch nicht mehr vom Satelliten aus: die rot eingerahmten Flächen stehen alle in Flammen. (Foto: NASA)

Im europäischen Teil Russlands loderten nach Angaben der Behörden am Mittwoch 600 Brände. Insgesamt stehe eine Fläche von über 90.000 Hektar in Flammen, teilte das Katastrophenschutzministerium mit. 165.000 Einsatzkräfte mit 39 Löschflugzeugen versuchten, der Katastrophe Herr zu werden.

Experten der in den Niederlanden ansässigen Umweltschutzorganisation Wetlands International  warnten indes, es könnte Monate dauern, die Torfmoor-Feuer rund um Moskau, die Hauptursache für den Smog in der Hauptstadt seien, zu löschen. Selbst wenn keine Flammen mehr sichtbar seien, könne das Feuer unterirdisch weiter schwelen.

Die Wald- und Torfbrände haben auch die von der Atomreaktorkatastrophe von Tschernobyl verseuchten Gebiete erreicht. Es gebe ein Risiko, aber "keinen Grund zur Panik", sagte der stellvertretende Leiter der Waldschutzbehörde, Alexej Bobrinski. Umweltschützer hatten zuvor gewarnt, die radioaktiven Partikel im Waldboden könnten durch Brände in die Luft gewirbelt werden.

Der Deutsche Wetterdienst erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass die Brandwolken in den kommenden drei Tagen voraussichtlich Polen und Südschweden erreichen werden. Auch die östlichen Randgebiete Deutschlands könnten betroffen sein.

 

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