Energieeffizienz: Deutschland hinkt hinterher
Die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Energieeffizienz verläuft nicht so, wie die Bundesregierung es sich in ihrem 2010 beschlossenen Energiekonzept vorgenommen hat. Wie die AG Energiebilanzen ermittelt hat, hat sich der Primärenergieverbrauch je 1.000 Euro Wirtschaftsleistung im Jahr 2010 mit 6,2 Gigajoule gegenüber 2009 nicht verändert. In den vergangenen 20 Jahren ist der Energieverbrauch damit jährlich um durchschnittlich 1,62 Prozent gesunken. Unter Berücksichtigung von Witterungs- und Lagerbestandseffekten beträgt der Wert 1,8 Prozent. Laut Energiekonzept der Bundesregierung sollte er bei über zwei Prozent liegen.

Quelle: AG Energiebilanzen und Statistisches Bundesamt
Den größten Anteil an der langfristigen Steigerung der Energieeffizienz hat mit durchschnittlich drei Prozent jährlich der Sektor Gewerbe, Handel und Dienstleitungen. Sowohl Haushalte als auch der Sektor Industrie steigerten ihre Energieeffizienz nur um durchschnittlich 1,4 Prozent jährlich.
In ihrem Energiekonzept stellt die Bundesregierung fest: "In Deutschland bestehen weiterhin ganz erhebliche Potenziale zur Energie- und Stromeinsparung." Um diese auszuschöpfen, setzt die Regierung auf die "Vernunft und Eigenverantwortung von Wirtschaft und Bürgern" und verfolgt ihr Ziel lediglich mit ökonomischen Anreizen und verbesserter Information.
Verglichen mit dem Primärenergieverbrauch pro 1.000 Euro Wirtschaftsleistung, fällt die Bilanz für die Entwicklung des Primärenergieverbrauchs pro Kopf noch schlechter aus. Hier hat sich der Energieverbrauch seit 1990 lediglich um 0,42 Prozent verringert. Während der Wert 2009 bei 164 Gigajoule pro Kopf lag, befindet er sich nun mit 172 Gigajoule pro Kopf wieder auf dem Niveau von 2007.
Die AG Energiebilanzen erstellt regelmäßig Energiebilanzen für die Bundesrepublik. Ihre Mitglieder sind das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität Köln (EWI) sowie Verbände und Vereine der Energie- und Mineralölwirtschaft sowie Kohleindustrie.
Die Fortschritte bei der Energieeffizienz lassen zu wünschen übrig. (Foto: BMU / Brigitte Hiss)
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