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Ostsee-Pipeline nimmt Betrieb auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Russlands Präsident Dmitrij Medwedew sind nur zwei Namen, die den Stellenwert des Projekts durch ihre Anwesenheit bei der Eröffnung kennzeichnen: Die rund 7,3 Milliarden Euro teure Ostsee-Pipeline Nordstream ist am heutigen Dienstag von rund 400 geladenen Gästen im mecklenburgischen Lubmin feierlich eröffnet worden. Die Bundeskanzlerin betonte "dass wir auf eine belastbare Zusammenarbeit mit Russland in der Zukunft setzen" und auch der russische Präsident Medwedew befürwortete die "neue Seite in der Partnerschaft Russlands mit der EU".


Das Festzelt für die Eröffnung aus der Luft. Konstruiert in Anlehnung an das Erdgasmolekül CH4 (Foto: Nord Stream)

Deutschlands Direktanschluss über mehr als 1.200 Kilometern an Sibirien: Zwei Jahre nach Baubeginn ist nun der erste Strang in Betrieb gegangen. Ende 2012 wird durch die Inbetriebnahme des zweiten Stranges die Kapazität verdoppelt. Dann sollen jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas den langen Weg nach Europa antreten.

Was Wirtschaft und Politik als Stabilität und Energiesicherheit feiert, gibt jedoch anderenorts Anlass zur Kritik. Nicht allein Umweltschützer, die unter anderem die Flora und Fauna der marinen Lebenswelt bedroht sehen, auch die polnische Hafengesellschaft Swinemünde klagt gegen den Verlauf der Pipeline auf einer Länge von knapp 3 Seemeilen. Hier soll der Strang im Meeresboden versenkt werden, damit Schiffe mit einem Tiefgang von 15 Metern den Hafen Swinemünde erreichen können, so der Spiegel.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisiert, dass durch die neue Pipeline das Volk der Nenzen seine traditionelle Lebensweise endgültig verliert. Die Nenzen leben bislang von ihren Rentieren, mit denen sie als Nomaden umherziehen. Viele der knapp 42.000 Nenzen leben auf der Jamal-Halbinsel in Nordwest-Sibirien, wo Gazprom riesige Gasvorkommen ausbeutet. Rund 2.500 Quadratkilometer ursprünglicher Natur seien dort bereits zerstört. Weitere 3.000 Quadratkilometer kämen hinzu.

klimaretter.info/tony

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