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Energiewende: Hausaufgaben bis 2030

Was muss Europa bis zum Jahr 2030 tun, um seine Energieversorgung bis 2050 vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen? Antworten auf diese Frage liefert der Bericht "Power Perspectives 2030" der European Climate Foundation, der heute in Brüssel vorgestellt wird. Hierin fordern die Autoren als wesentliche Schritte auf dem Weg zu einem kohlenstofflosen Energiesystem europäische Ziele im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien über 2020 hinaus sowie zusätzliche Gaskraftwerke und einen verstärkten Ausbau der Netze.


Die gelben Linien stellen die Stromleitungen dar, die laut dem Bericht der European Climate Foundation bis 2030 noch gebaut werden müssen. (Quelle: European Climate Foundation)

"Der Bericht stellt fest, dass das Netz der Leim ist, der unser emissionsloses Energiesystem zusammenhält", erklärte Johannes Meier, Geschäftsführer der European Climate Foundation. "Wir müssen uns stärker anstrengen, den Umbau so effizient wie möglich zu gestalten." Dem Bericht zufolge müssen sich die Investitionen für Netzausbau und saubere Stromerzeugung in den kommenden zwei Jahrzehnten nahezu verdoppeln.

Mit einem Anstieg der Stromkosten durch den forcierten Ausbau der Erneuerbaren sei aber nicht zu rechnen, so die Autoren. Allerdings werde es einen massiven Systemwechsel in der Kostenstruktur geben: Während die anfänglichen Investitionskosten sehr hoch ausfielen, seien die Betriebskosten über die Lebensdauer der Anlagen hinweg sehr niedrig.


Gerade für Offshore-Anlagen sind die Anfangsinvestitionen so hoch, dass nur große Konzerne sie aufbringen können. (Foto: Paul Langrock)

Darüber hinaus komme der Energieeffizienz bei der Bewältigung der Energiewende eine Schlüsselrolle zu. Nur wenn Energie gespart würde, könnten die Kosten für zusätzliche Erzeugungskapazitäten und Netzausbau langfristig verringert werden. Nötig sei hierfür auch ein verbessertes Lastmanagement

Den zentralen Hebel für einen erfolgreichen Umbau des Energiesystems sieht der Bericht in der Ausgestaltung der Regeln für den Energiemarkt. Die Rahmenbedingungen müssten Investitionen in saubere Technologien fördern, Investoren verlässliche Rahmenbedingungen bieten, zusätzlich aber auch Flexibilität sowohl beim Stromverbrauch als auch bei der Erzeugung belohnen. Der Bericht fordert allerdings auch, alle Optionen für den Einsatz der sehr umstrittenen CCS-Technologie offenzuhalten sowie die Forschung in diesem Bereich zu stärken.

An der Erarbeitung des Berichts waren die Beratungsunternehmen Kema und McKinsey, das Imperial College London sowie verschiedene Netzbetreiber beteiligt, außerdem diverse Energieversorgungsunternehmen wie RWE und Vattenfall, die Anlagenbauer Siemens und Vestas sowie die Nichtregierungsorganisationen WWF und E3G. Der Bericht schließt sich an die im April 2010 veröffentlichte "Roadmap 2050: A practical guide to a prosperous, low-carbon Europe" an.

klimaretter.info/em

 

 

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