Windstrom zu jeder Zeit

Das weltweit erste Wasserstoff-Hybridkraftwerk ist heute in der brandenburgischen Uckermark ans Netz geschaltet worden. Die Aufgabe der neuen Technologie besteht darin, Windstrom zu speichern. Die Idee: Weht viel Wind, wird der Strom aus Windkraftwerken nicht in das überlastete Stromnetz eingespeist, sondern vor Ort dazu verwendet, Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen. Das Kraftwerk besteht aus einem Schaltkreis mit drei Windturbinen, einer Erzeugungsanlage für Wasserstoff, zwei Blockheizkraftwerken und einer Biogasanlage (siehe Schema).


Windstrom zu Wasserstoff – so sieht der Aubau der Anlage in Prenzlau aus. (Grafik: regierung-online.de)

In Zeiten, in denen wenig Wind bläst, kann die angeschlossene Turbine aus dem gespeicherten Wasserstoff durch "Verbrennung" wieder Strom produzieren. Hierdurch lässt sich Strom – indirekt – speichern, so wie dies auch durch Pumpspeicherkraftwerke möglich ist.

Das Projekt ist das erste kommerzielle seiner Art und soll die Speichermöglichkeiten für Windenergie noch erproben. Dafür investiert das Windenergieunternehmen Enertrag in die Prenzlauer Anlage 21 Millionen Euro. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war 2009 extra in das kleine Örtchen gereist, um den Grundstein für das neue Kraftwerk zu legen. Zur Eröffnung ist nun Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) gekommen, der bei der Inbetriebnahme die Technologie als einen "technologischen Quantensprung" bezeichnete.

Federführend ist die Firma Enertrag aus Prenzlau, die nach eigenen Angaben mit 440 Windkraftanlagen jährlich rund 1,5 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt – so viel, wie 1,5 Millionen Menschen verbrauchen. Total, Vattenfall und die Deutsche Bahn sind ebenfalls am neuen Kraftwerk beteiligt.

klimaretter.info/reni
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