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Exxon will in Deutschland 'fracken'

Der Öl- und Gasgigant ExxonMobil hält in Deutschland trotz der Widerstände aus der Bevölkerung an seinen Plänen zur unkonventionellen Gasförderung - dem sogenannten Fracking - fest. "Wir haben die Hoffnung, dass wir an den Sweet Spots (den optimalen Bereichen, an denen es sich voraussichtlich lohnt, zu bohren, Red.), die leicht förderbares Gas bergen, in den nächsten 20 Jahren anfangen zu produzieren", sagte Heinrich Herm Stapelberg, zuständig für Öffentlichtkeitsarbeit bei der zentraleuropäischen ExxonMobil-Tochter, auf der Euroforum-Jahrestagung Erdgas in Berlin. Nach einem Bericht des online-Magazins dowjones.de wartet der Konzern derzeit jedoch noch auf das Ergebnis eines Gutachtens, ob Fracking, das zur Förderung von Schiefergas eingesetzt wird, umweltschädlich ist oder nicht.


Nach dem CCS-Protest organisiert sich derzeit ein neuer Protest - gegen Fracking. (Foto: BIGG Drensteinfurt)

Sogenanntes unkonventionelles Gas ist in den Gesteinsporen tiefer geologischer Schichten gespeichert. Um das Gestein aufzubrechen, werden Sand, Chemikalien und große Mengen Wasser unter hohem Druck in den Boden gepresst. Dabei werden auch für das Grundwasser schädliche Chemikalien eingesetzt. Durch die hierbei entstehenden Risse im Gestein steigt das Gas an die Oberfläche und wird dort aufgefangen. 

Im Januar hatte Gernot Kalkoffen, Chef von Exxon Europa, bekannt gegeben, in den kommenden Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in Nordrhein-Westfalen investieren zu wollen. Exxon schätzt die Vorkommen dort auf rund 2.100 Milliarden Kubikmeter Gas. Im Frühjahr rief daraufhin die Landesregierung ein Moratorium für Probebohrungen aus, das so lange gelten soll, bis im Sommer 2012 ein Gutachten vorliegt, das "Aufsuchung, Exploration und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten" umfassend bewertet. Sollte das Gutachten zugunsten von Fracking ausfallen, will Exxon die Exploration im Emsland beginnen.

In Deutschland liegen die von Exxon geschätzten förderbaren Schiefergas-Mengen bei 2.300 Milliarden Kubikmeter. Polen gilt mit 5.300 Milliarden Kubikmeter als Vorreiter in Europa und ist auch schon am weitesten, wenn es um die Fördervorbereitungen geht. Frankreich verfügt über rund 5.100 Milliarden Kubikmeter, will allerdings das Fracking nicht zulassen. In Norwegen werden 2.350 Milliarden Kubikmeter geschätzt und in Schweden noch 1.160 Milliarden Kubikmeter. Großbritannien hatte jüngst neue Funde bekannt gegeben: Ein Gasfund für 64 Jahre - 5.700 Milliarden Kubikmeter.

Die Ukraine hatte im vergangenen Jahr bekannt gegeben, das größte Schiefergasvorkommen der Welt im Donez-Becken gefunden zu haben. Anfang September 2010 hatte Shell einen 800 Millionen-Dollar schweren Vertrag zur Erschließung mit der ukrainischen Aktiengesellschaft Ukrgazvydobuvannia unterzeichnet.

klimaretter.info/reni

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