Revolution in der Energiewirtschaft
Eon Energie, EWE und Vattenfall Europe haben mit dem Windanlagenhersteller Multibrid einen Vertrag über Lieferung und Errichtung von sechs Windenergieanlagen der 5 Megawatt-Klasse abgeschlossen. Nach Angaben der Unternehmen, die sich bisher auf Strom aus Kohle, Gas oder Atomkraft stützten, beginne "damit die Realisierungsphase des ersten deutschen Offshore-Windparks alpha ventus".
Sechs dieser Multibrid M5000- Windräder mit einer Gesamtleistung von 30 Megawatt kauften sich E.ON, Vattenfall und Co. (Foto: Hersteller)
Natürlich ist das nicht richtig: Erster Offshore-Windpark Deutschlands ist der Bürgerwindpark Butendiek. Dieses, von vielen Einzelpersonen getragenes Projekt scheiterte aber an Eon: Der Konzern war nicht bereit, ein Stromkabel zu verlegen, obwohl er dazu verpflichtet gewesen wäre. Erst eine Gesetzesverschärfung verschaffte Butendiek Planungssicherheit - zu einer Zeit allerdings, als das Bürgerprojekt nahe an der Pleite war und nur durch einen britischen Investor gerettet werden konnte. Der hat heute das Sagen - nicht mehr die Bürger.
Laut Eon sollen nun die ersten Windenergieanlagen nach heutigem Planungsstand im Spätsommer 2008 ans Netz gehen. Es ist beabsichtigt, bis zum Sommer 2009 insgesamt 12 Windenergieanlagen erstmalig unter realen Offshore-Bedingungen zu errichten. Die Investoren und Betreiber Eon, EWE und Vattenfall Europe rühmen sich, mit diesem Schritt "entscheidend dazu beizutragen, die Nutzung der Offshore-Windkraft weiter zu entwickeln und damit letztlich die Klimaschutzziele Deutschlands zu erreichen."
Die Wahrheit ist: Nachdem die fossilen Dinosaurier jahrelang die Erneuerbaren ignorierten und behinderten, wird ihnen nun klar, dass diese Strategie keine Chance mehr hat. Bevor also "irgendwelche" Bürger das Geschäft machen, beißen die großen Konzerne die lieber weg - der Profit soll schließlich im eigenen Hause bleiben.
O-Ton Pressemeldung der fossilen Investoren: "Sechs Windenergieanlagen vom Typ Multibrid M5000 sowie sechs weitere Anlagen vom Typ REpower 5M sind geplant. Zum ersten Mal werden Anlagen der 5 Megawatt-Klasse küstenfern 45 Kilometer vor Borkum in 30 Meter Wassertiefe errichtet und betrieben. Die generierten Forschungs-und Entwicklungsergebnisse werden in Konstruktion, Bau und Betrieb zukünftiger Offshore-Anlagen einfließen. Das Bundesumweltministerium wird das Projekt finanziell fördern. Das Investitionsvolumen beläuft sich insgesamt auf rund 180 Millionen Euro.
Klimaretter.info/reni
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