Bayerngas steigt bei Nabucco ein
Wie Nabucco Gas Pipeline International am heutigen Freitag mitteilte, will sich Bayerngas mit einem "nennenswerten" Anteil am Bau der Pipeline beteiligen, die Erdgas aus der kaspischen Region über die Türkei und Österreich nach Mitteleuropa bringen soll. Die Wirtschaftsminister von Österreich und Bayern, Reinhold Mitterlehner und Martin Zeil, trafen sich in Wien, um über die geplante Zusammenarbeit zu sprechen. Österreichische Unternehmen sind sowohl an Bayerngas als auch an Nabucco beteiligt.

Zwei Millionen Tonnen Stahl sollen für Nabucco verbaut werden. Wenn es denn im Jahr 2013 losgeht. (Foto: Reimer)
Gespräche zwischen den bisherigen sechs Konsortiumsmitgliedern und der Bayerngas über die künftige Eigentümerstruktur sollen in Kürze beginnen. Bislang hält jeder Partner jeweils rund 16, 7 Prozent. Bevor RWE im Februar 2008 eingestiegen war, waren es jeweils 20 Prozent. Eine endgültige Entscheidung soll aber erst im nächsten Jahr fallen.
Mit der Ankündigung könnte wieder Bewegung in das zuletzt ins Stocken geratene Nabucco-Projekt kommen, das - mit starker Förderung durch die EU - die Abhängigkeit Europas vom russischen Erdgas verringern soll. Der Baubeginn der nach Angaben des Konsortiums 3.900 Kilometer langen Pipeline wurde schon mehrfach verschoben, mittlerweile wird als Starttermin das Jahr 2013 genannt. Gas würde dann vier Jahre später erstmals durch die Rohre fließen. Auch was die voraussichtlichen Kosten betrifft, herrscht Unklarheit. Das Konsortium spricht von rund 8 Milliarden Euro, die zu einem Drittel selbst und zu zwei Dritteln über Kredite aufgebracht werden sollen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger sprach dagegen im Mai 2011 von 12 bis 15 Milliarden Euro. Nabucco Gas Pipeline International wies dies jedoch zurück.
An Nabucco beteiligt sind bislang: RWE, Österreichs Energiekonzern OMV, die ungarische MOL Nyrt, SNTGN Transgaz aus Rumänien, Bulgargaz aus Bulgarien und Botas Petroleum aus der Türkei. Der ehemalige grüne Außenminister Joschka Fischer ist bei dem Projekt für RWE und OMV als Lobbyist tätig.
klimaretter.info/vk
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