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Deutsche Solarbranche wächst und wächst

Der Anteil der deutschen Solarproduzenten am Weltmarkt wächst auf über 50 Prozent. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) wurden allein im letzten Jahr 220.000 neue Solaranlagen im Wert von 5 Milliarden Euro in Deutschland neu installiert.
Aus Berlin Nick Reimer

Im vergangenen Jahr steigerte die deutsche Solarindustrie ihre Produktion um 50 Prozent. Damit wuchsen deutsche Firmen doppelt so schnell wie ihre ausländischen Konkurrenten. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) wurden allein im letzten Jahr 220.000 neue Solaranlagen im Wert von 5 Milliarden Euro in Deutschland neu installiert. Auch jenseits der Grenzen brummt das Geschäft: Die Deutschen Zellenproduzenten steigerten ihren Anteil am Weltmarkt auf über 50 Prozent. Dies entspricht einem Exporterlös von einer Milliarde Euro.


Photovoltaik-Anlage in Berlin-Mitte. (Foto: BSW-Solar/Paul Langrock)

Der Trend wird absehbar auch weiter anhalten. Allein für dieses Jahr erwartet die Branche ein Anziehen der Exportumsätze auf rund 1,5 Milliarden Euro, bis 2012 sogar eine Verfünffachung. 2007 und 2008 entstehen hierzulande 15 neue Solarfabriken und bis zu 10.000 neue Solartechnik-Arbeitsplätze in Industrie, Handel und Handwerk. Damit besitzt Deutschland nach BSW-Angaben die größte Dichte an solaren Produktions- und Forschungsstätten weltweit.

"Schuld" am Boom ist nach einer gestern vorgestellten Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young das Vertrauen der Finanzbranche in den Wirtschaftszweig. "Der Kapitalmarkt mit seiner hohen Finanzierungsbereitschaft setzt auf den Erfolg der deutschen Unternehmen", urteilt Robert Seiter von Ernst & Young. Der Untersuchung zufolge ist 2007 auf dem Kapitalmarkt mit einer Verdreifachung der angelegten Finanzmittel im Vergleich zu 2006 zu rechnen - auf dann 1,2 Milliarden Euro. 

Auch Deutschlands zweitgrößtes Kreditinstitut, die Commerzbank AG registriert ein deutliches Anziehen der Wachstumsfinanzierung. Ein wichtiger Zukunftsbaustein: "Eine entscheidende Voraussetzung für Zukunftsinvestitionen ist unter anderem die angemessene Kapitalausstattung der Unternehmen", sagt Joachim Treder vom Commerzbank-"Center of Competence Renewable Energies".

Allerdings ist der Boom noch nicht selbsttragend: "Wir sind immer noch in der Pionierstrecke am Anfang des Weges", warnt Carsten Körnig, BSW-Solar-Geschäftsführer. In zehn Jahren, so das ehrgeizige Ziel der Solarstromer, solle die Photovoltaik konkurrenzfähig sein. "Ohne Förderung, ohne verlässliche Rahmenbedingungen werden wir das nicht schaffen", sagt Körnig. Im Schnitt gehe die Branche durchschnittlich von einer Preissenkung von fünf bis sechs Prozent jedes Jahr aus.

Demnächst steht die neue Novelle des Erneuerbaren Energiengesetzes an. Die Commerzbank warnt vor zu großen Einschnitten bei der Einspeisevergütung. "Das die Branche auf dem Kapitalmarkt so attraktiv ist, liegt am Cash Flow", begründet Joachim Treder.

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