Atomausstieg: Strompreis steigt um 1,4 Prozent
Die Strompreise werden in Deutschland um 1,4 Prozent steigen, wenn die jetzt acht abgeschalteten Atomkraftwerke nicht wieder ans Netz gehen. Das prognostiziert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in seinem neuen Wochenbericht "Chancen der Energiewende". Ein Umbau zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz eröffne enorme wirtschaftliche Chancen, so das DIW. Mit einem Ausbau der Erneuerbaren könne das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2030 fast drei Prozent höher liegen als ohne.

Claudia Kemfert: Strompreise steigen nur moderat. (Foto: Jens Jeske)
Die Erhöhung des Strompreises erklärt das DIW vor allem mit Börseneffekten. "Zwar rechnen wir damit, dass der Strompreis an der Börse um zirka sechs Prozent steigt, dafür sinkt dann aber zum Beispiel die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien", so die DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert. Falls alle deutschen Atomkraftwerke vom Netz gingen, stiegen die Börsenstrompreise um 22 Prozent. Durch gegenläufige Effekte würden die Preissteigerungen insgesamt bei fünf Prozent liegen.
Eine sofortige vollständige Abschaltung aller AKW sei wegen fehlender Anlagenkapazitäten für Spitzenlastzeiten nicht möglich. Realistisch sei ein stufenweiser Ausstieg bis 2020. Auf den Arbeitsmarkt werde der Ausbau der Erneuerbaren insgesamt positive Effekte haben. Im produzierenden Gewerbe und in unternehmensnahen Dienstleistungen sei der Beschäftigungseffekt am stärksten. Die Wohnungsvermietung, die konventionelle Energiewirtschaft, Fahrzeugbau und Verkehrswirtschaft könnten hingegen belastet werden.
klimaretter.info/mare
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