Auch ohne Atomkraft: Keine Stromlücke
Auch mit einem schnellen Atomausstieg ist weder die Versorgungssicherheit in Gefahr, noch muss mit erheblich höheren Kosten gerechnet werden. Das zeigt ein von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Auftrag gegebenes Gutachten der Universität Flensburg. Machbar sei damit ein Atomausstieg bis 2017 oder sogar bis 2015.

Das Atomkraftwerk Grafenrheinfels soll nach Vorschlag der Deutschen Umwelthilfe bereits in diesem Jahr vom Netz. (Foto: Rainer Lippert/Wikipedia)
"Wir verfügen bereits heute über die notwendigen Netzkapazitäten für einen schnellen Atomausstieg", sagte Olav Hohmeyer von der Universität Flensburg. Die gegenwärtige Diskussion über einen möglichst zügigen Um- und Ausbau der Stromnetze sei dennoch "absolut notwendig, um den Übergang in das regenerative Zeitalter bis 2050 oder sogar schon bis 2030 zu schaffen, aber unwesentlich für einen schnellen Atomausstieg", erklärte Hohmeyer. Behauptungen, eine Stromlücke mache Stromimporte aus Tschechien oder Frankreich notwendig, seien nicht haltbar.
Die sieben mit dem Atom-Moratorium vom Netz genommenen Atomkraftwerke sollen dem Vorschlag zufolge nicht wieder angeschaltet werden. Ebenfalls noch in diesem Jahr müsste das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld stillgelegt werden und im kommenden Jahr der zur Zeit stillliegende Pannenreaktor Krümmel sowie das Atomkraftwerk Gundremmingen.
Abgeschaltet werden soll nach Sicht der Umwelthilfe nicht nach Reststrommengen, sondern nach 28 Jahren Lebenszeit eines Atomkraftwerks. Dazu hat die DUH einen Vorschlag zur Novelle des Atomgesetzes vorgelegt. Da sich die Investitionen in die Anlagen spätestens nach 28 Jahren amortisierten, seien Entschädigungsforderungen der Betreiber unbegründet. Kurzfristig müssten die bereits im Bau befindlichen Gas- und Kohlekraftwerke für die Stromversorgung einspringen. Um das Klima sorgt sich die Umwelthilfe dennoch nicht: Schließlich sei der CO2-Ausstoß aus der Stromerzeugung durch den europäischen Emissionshandel nach oben begrenzt und könne sich europaweit nicht erhöhen. Er würde in Deutschland zunächst für wenige Jahre leicht ansteigen, aber dann im neuen energiepolitischen Rahmen wegen des beschleunigten Zubaus von Erneuerbaren steiler absinken.
klimaretter.info/jot
Guter Journalismus kostet
Sie können die Texte auf klimaretter.info kostenlos lesen. Erstellt werden sie jedoch von bezahlten Redakteuren. Unterstützen Sie den Klimaretter-Förderverein
Klimawissen e. V. einmalig durch eine Spende oder dauerhaft mit einer Fördermitgliedschaft.
Spendenkonto
Die Schlagzeilen um 14 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Überraschung der Woche
Röttgens Täuschung, Altmaiers Fahrrad und Merkels Verantwortung Kalenderwoche 20: Fachlicher Kompetenz führt nicht dazu, ein politisches Amt zu begleiten. Aber das ist leider ein allgemeiner Trend, findet Michael Müller, SPD-Politiker und -Vordenker und Mit-Herausgeber von klimaretter.info: In der Politik kommt es heute mehr auf das Management von Macht an als auf eine programmatische Idee. [mehr...]
Meinungen: Etscheits Alltagsstress
Ich liebe es! Einmal den Uli Hoeneß machen, auf jedes Umweltgewissen pfeifen und beim Burgerbrater um die Ecke so richtig die Ökosau rauslassen - wäre das nicht irgendwie herrlich? Nun ja ... Lesen Sie selbst!
Von Georg Etscheit [mehr...]
Jahrestag
Das Fukushima-Dossier
11. März 2011: Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, fast 20.000 Menschen sterben. Die Atomanlagen havarieren, ein politischer Tsunami folgt. Kanzlerin Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Welt diskutiert die Atomkraft. Zum Jahrestag präsentiert klimaretter.info jenes Dossier, das damals im Nachrichtendschungel Orientierung gab. [mehr]
Aktion des Monats Das Netzwerk Friends of the Earth hat eine Europäische Bürgerinitiative für den EU-weiten Atomausstieg gestartet. BUND-Hubert Weiger, einer der Initiatoren sagt, mit der Volksinitiative habe man "jetzt endlich eine greifbare Möglichkeit, den Weg in eine sichere und saubere Energiezukunft zu ebnen". Nutzen wir sie! [mehr] | Zu Ihrem Vorteil Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann müssen Sie uns helfen! Unabhängiger Journalismus kostet Geld, und wenn RWE, Vattenfall, die CDU oder die Netzbetreiber nicht dafür zahlen, dann doch wohl Sie! Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Klimaretter-Jobbörse
Die Pioniere der Energiewende
Ein Elektroingenieur für den Bereich Netzanschluss gesucht? Einen Sicherheitsexperten für die Windkraft? Eine Klimaberaterin für die Verbraucherzentrale in Mainz? Auf der klimaretter.info Jobbörse werden viele spannende Jobs zur Energiewende angeboten. [mehr]
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | Klimaretter-Beichtstuhl Na, doch wieder einmal schwach geworden? Doch wieder eine unnötige Strecke mit dem Auto gefahren? Doch wieder ins Flugzeug gestiegen? Fehler zu (be)kennen, ist der erste Schritt zur Besserung: Erzählen Sie einfach sich, was Sie bereuen. Und warum. Sie werden sehen: Das erleichtert! Nutzen Sie einfach unseren "klimaretter.info-Beichtstuhl". [mehr...] |
Vattenfall: Einfach schlecht vorbereitet
Es gibt Werbekampagnen, die so schlecht sind, dass man sich fragt, wie sie jemals zustande kommen konnten. Ist die Agentur zu blöd? Wollen die Chefs, die die Kampagne abnehmen, ihre Firma bewußt schädigen? Ist das Produkt so miserabel, dass es[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Durban Dezember 2011 - COP17 in Südafrika
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13





Atomkraftgegener demonstrieren für die sofortige Abschaltung von "Risikoreaktoren"
Wie regelt man das Ende der Atomkraftnutzung am besten? Die unsichersten zuerst abschalten oder gleiche Jahreszahl für alle AKW? Selbst die Umweltverbände sind unein.
In Fukushima havarierten Siedewasserreaktoren, in Deutschland mussten alle baugleichen vom Netz. Alle, außer die beiden Blöcke in Gundremmingen. Wieso dürfen diese weiter laufen?
Die Laufzeitverlängerungen sind beschlossen, aber wie steht es mit der Sicherheit der Atomkraftwerke? Umweltminister Röttgen brüstet sich mit den "höchsten Sicherheitsstandards weltweit", die Opposition verreißt dagegen die Sicherheitsvorgaben als "unsystematisches Sammelsurium" und auch die Deutsche Umwelthilfe warnt vor der Verwässerung von Sicherheitsmaßstäben.
Online-Netzwerk Campact will mit seiner Aktion in Krümmel Daten zu einer möglichen radioaktiven Verseuchung sammeln. Am Montag jährt sich der Trafobrand im Akw zum dritten Mal
Wie die deutschen Atomkonzerne die Verbraucher mit den Erneuerbaren Energien abzocken. Was das für die EEG-Umlage bedeutet - und warum Laufzeitverlängerungen das Ende der Energiewende sind.
Die Lüge von der Stromlücke: Ohne Atomkraftwerke gehen in Deutschland die Lichter aus. Komischerweise können Sie aber noch diese Zeilen lesen!
Diesmal soll sie gelingen, die Energiewende. Die schwarz-gelbe Regierung hat dafür umfangreiche Gesetze verabschiedet - oft mit
Stimmen der Opposition. In einer Serie analysiert klimaretter.info, was drin steht in den Gesetzen. Und was von ihnen zu halten ist. Heute Teil 2: Das Atomausstiegs-Gesetz - Herzstück der neuen Energiepolitik.
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW): Erneuerbare bringen bis 2030 drei Prozent mehr Bruttoinlandsprodukt
RWE und Eon klagen über "negativen Einfluss" des Atom-Moratoriums. Auch Greenpeace hat einen milliardenschweren Kostenplan für Moratorium und schnelleres Atom-Aus vorgelegt - und fürchtet einen Kampf "um jedes Jahr Laufzeit".
Die Bundesregierung lässt untersuchen, ob die deutschen Reaktoren gegen Flugzeugabstürze oder Erdbeben geschützt sind. Andere Risiken werden dabei außer Acht gelassen. Dabei zeigen die schweren Katastrophen der Vergangenheit, dass gerade die unerwarteten Fehler im Kleinen gefährlich werden können – oder auch menschliches Versagen.
Opposition und Umweltverbände halten den Vorschlag für "aberwitzig"
Die EU verbietet seit Januar, das Kältemittel R134a für Klimaanlagen in Neuwagen zu verwenden. Bis jetzt sieht es so aus, als würden die deutschen Autobauer das Verbot ignorieren und weiter auf die klimaschädliche Chemikalie zu setzen. Die Deutsche Umwelthilfe fordert den Einsatz von Kohlendioxid.
Umweltorganisation: Verstoß gegen europäische und nationale Umwelt- und Gesundheitsschutzvorgaben
Wenn der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) die Energiedebatte "endlich wieder konstruktiv" führen will, darf man durchaus neugierig sein. "Energie ist nicht schwarz-weiß", so das Motto, das die Berliner Gesprächsrunde am Mittwochabend jedoch selbst widerlegte. 


