Fukushima: Elektrizität teilweise hergestellt

Die Bemühungen, das Havarie-Atomkraftwerk Fukushima 1 in Japan wieder mit Strom zu versorgen, sind teilweise geglückt. Reaktor 1 hat nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo wieder Elektrizität, Reaktor 2 soll im Laufe des Samstags folgen. Die Betreiberfirma Tepco will damit die Kühlung der Brennstäbe wieder in Gang bringen.


Nach dem Erdbeben in Japan sind weite Küstenstriche zerstört. (Foto: U.S. Air Force Photo)

Weiterhin werden Feuerwehrautos eingesetzt, um die Reaktoren des Unglücks-AKW mit Wasser zu kühlen. Aus den Reaktoren 2, 3 und 4 soll immer noch weißer Rauch sichtbar sein, teilt die Internationale Atomenergie-Behörde IAEA mit. Um Wasserstoff-Explosionen in den Reaktoren 5 und 6 zu verhindern, hat die Betreiberfirma Löcher in die Decken bohren lassen. Der Wasserdampf kann so ungehindert entweichen. Regierungssprecher Yukio Edano: "Wir versuchen, die Kontrolle zurückzugewinnen, aber die Situation bleibt unvorhersehbar." Die japanische Atomaufsichtsbehörde NISA bewertet die Situation an den Reaktoren 1 bis 3 mittlerweile mit der Gefahrenstufe 5 auf der INES-Skala.

Die Betreiberfirma Tepco setzt Informationen des WDR zufolge Obdachlose und Arbeitslose für den Rettungseinsatz am Unglücksort ein. Die Gefahrenstufe wurde von 100 auf 150 Millisievert hochgesetzt, die Strahlung soll diese Werte allerdings übersteigen und faktisch keine Auswirkung auf die Arbeiten vor Ort haben.

Am 11. März erschütterte Japan ein schweres Erdbeben der Stärke 9 auf der Richter-Skala. Die Stromversorgung am Atomkraftwerk wurde unterbrochen. Ein durch das Erdbeben ausgelöster Tsunami überschwemmte das Atomkraftwerk sowie weite Teile der Küste. Schätzungen zufolge wurden bisher mehr als 10.000 Menschen Opfer der Katastrophe.


IAEA-Einschätzung der Lage am AKW Fukushima, 19. März. Grün: nicht besorgniserregend; gelb: besorgniserregend; rot: ernstzunehmende Lage. (Graphik: IAEA)

klimaretter.info/jot

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