Atomkraftwerke werden abgefahren

Die hessische Landesregierung wird dem Atomstromkonzern RWE heute die atomrechtliche Anordnung zur Abschaltung des Reaktors Biblis A zustellen. Die Abschaltung wird nach RWE-Angaben zwei bis drei Tage dauern. Theoretisch ist der Reaktorstillstand auf 3 Monate begrenzt, das hessische Umweltministerium glaubt allerdings, dass Deutschlands ältester Reaktor nie wieder ans Netz geht. Nach dem Rot-Grünen Atomkonsens hätte Biblis A eigentlich schon 2007 vom Netz gemusst - durch Leistungsdrosselung und langen Stillstand rettete RWE Biblis A aber in die schwarz-gelbe Laufzeitverlängerung. Wie sein Schwesternblock B liegt er in der Lande-Einflugschneise des Frankfurter Flughafens - wenige Flugminuten von der Rollbahn entfernt.


Können jetzt gut Lachen haben: Die ersten 8 Reaktoren stehen still. Fehlen noch 9 in Deutschland, um ihre Vision wahr zu machen. (Foto: Reimer)

Das Eon-Kraftwerk Isar 1 wurde bereits am Dienstag schrittweise vom Netz genommen. Da gab es die politische Weisung noch nicht: Offenbar hat Eon im vorauseilenden Gehorsam den Stecker gezogen - oder einfach aus Angst um den Reaktor. Am Donnerstagmittag begann Eon dann mit dem Abfahren des AKW Unterweser, der Prozess soll heute abgeschlossen werden.

Ebenfalls am Donnerstag begann das Abfahren des AKW Neckarwestheim I. Zudem hatte Betreiber EnBW seinen Block 1 des AKW Philippsburg heruntergefahren, ein Siedewasserreaktor mit einer elektrischen Leistung von 926 Megawatt.

Drei Reaktoren sind zudem derzeit ohnehin nicht am Netz: Der Block B in Biblis war Mitte November zur Revision heruntergefahren worden, planmäßig sollte er am 22. Mai wieder in Betrieb gehen. Nun wird er mindestens bis zum Ablauf des Moratoriums Mitte Juni still stehen. Die Pannenreaktoren Krümmel und Brunsbüttel von Vattenfall sind schon seit 2007 abgeschalten. Damals war es in Krümmel zu einem Brand in den Notstromaggregaten gekommen, was eine Schnellabschaltung nach sich zog. Mit verheerenden und bis heute ungeklärten Ursachen: Auch der Reaktor in Brunsbüttel war in Mitleidenschaft gezogen worden, im Netz kam es zum Kurzschluss, der zum Beispiel in Hamburg Ampeln zerstörte und elektrische Türen von Einkaufszentren lahmlegte.

klimaretter.info/reni

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