Erneuerbare sparen vier Billionen Euro
Geld sparen mit Ökostrom – Mit einer Umstellung auf eine Stromversorgung mit 100 Prozent erneuerbaren Energien könnten weltweit pro Jahr vier Billionen Euro gespart werden, heißt es in einer Studie der Umweltstiftung WWF. Bereits mit der heute verfügbaren Technik kann demnach der globale Energiebedarf im Jahr 2050 bis zu 95 Prozent mit erneuerbaren Energien gedeckt werden. Neue Entwicklungen könnten auch die übrigen fünf Prozent jenseits von Erdöl, Kohle und Erdgas abdecken.

Entwickelt wurde der Wegweiser in eine nachhaltige Zukunft von Ecofys, einem internationalen Institut für Energieforschung und dem Office for Metropolitan Architecture. (Foto: Michael Schulze von Glaßer)
Dem WWF Energy Report zufolge lasse sich dadurch der globale Ausstoß an Treibhausgasen um mehr als 80 Prozent senken. Damit käme man dem Ziel, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, einen großen Schritt näher. Die Studie setzt dabei zum großen Teil auf Wind und Sonne, darunter auch das Wüstenstromprojekt Desertec: Bis 2050 kann dem Szenario zufolge die Hälfte der benötigten Stromversorgung durch Solarkraft gedeckt werden. Ein Viertel der Stromversorgung könnte durch Windkraft gedeckt werden. Das wäre gegenüber heute ein Zubau von 13 Prozent. Dafür würden auf dem Land rund eine Million Windräder benötigt und Offshore rund 100.000.
Die Nachfrage nach Energie muss sich dem Szenario zufolge bis zur Mitte des Jahrhunderts mittels dutlicher Investitionen in Energieeffizienz trotz steigender Bevölkerungszahlen um 15 Prozent reduzieren. Damit sinken auch die Energiekosten, was wiederum der Wirtschaft zugute kommt. Der WWF geht davon aus, dass nicht nur 95 Prozent, sondern mit Hilfe neuer Entwicklungen auch die übrigen fünf Prozent der Energieversorgung durch erneuerbarer Energien gedeckt werden können. Von großer Bedeutung seien auch so genannte intelligente Netze (Smart Grids), die auf Angebot und Nachfrage flexibel reagieren können. Die Umstellung auf Erneuerbare würde dem WWF zufolge zunächst rund eine Billion Euro jährlich kosten. Allerdings geben die Staaten heute allein eine halbe Billion Euro pro Jahr aus, um fossile Energie zu subventionieren.
In der vergangenen Woche hatte der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) eine Untersuchung vorgelegt, nach der eine Energieversorgung mit Erneuerbaren in Deutschland bereits zum Jahr 2030 zu 100 Prozent möglich wäre. Der SRU setzt in seinem Szenario vor allem auf Offshore-Windkraft und Wasserkraft.
klimaretter.info/jot
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