Staudinger: Eon darf Block 6 bauen

Eon darf sein Kraftwerk Staudinger im hessischen Großkrotzenburg erweitern. Das zuständige Regierungspräsidium in Darmstadt erteilte am Mittwoch eine erste Teilgenehmigung. Damit dürfen nun "bauvorbereitende Arbeiten, die Errichtung des Kessel- und Maschinenhauses oder des Kühlturms und des Kühlwasserpumpenbauwerks vorgenommen werden", erklärte die Behörde. Eine Betriebsgenehmigung für den geplanten 1.100-Megawatt-Block beinhalte der 321 Seiten dicke Bescheid aber nicht.

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Eon warb 2008 am Kraftwerk Staudinger für seine Umweltfreundlichkeit. (Foto: Reimer)

Eon zeigte sich "zufrieden". Bevor man aber tatsächlich mit dem Bau beginne, so Projektleiter Herbert Urban, werde man die Rechtslage und auch die angekündigten Klagen von Kraftwerksgegnern "eingehend" prüfen. Offenbar hat der Energiekonzern aus dem Desaster im nordrhein-westfälischen Datteln gelernt, wo nach verlorenen Gerichtsverfahren ein halbfertiges Steinkohle-Kraftwerk zur Milliarden-Ruine zu werden droht. Womöglich passt aber auch das ganze Staudinger-Projekt nicht mehr in die neue Unternehmensstrategie.

Gegen den neuen Eon-Kohleblock hat unter anderem die benachbarte Stadt Hanau Klage angekündigt. Auch die Bürgerinitiative Stopp Staudinger kündigte erneut den Gang zu Gericht an. "Wir haben mit der Entscheidung des Regierungspräsidiums gerechnet, weil es nur der verlängerte Arm der hessischen Staatsregierung ist", sagte BI-Sprecher, Winfried Schwab-Posselt, dem Bayerischen Rundfunk. "Wir werden tatsächlich jetzt gegen das Projekt klagen und sehen auch realistische Chancen, es komplett zu verhindern."

Am Nachmittag versammelten sich Klimaschützer zu einer Spontan-Demonstration vor den Toren des Kraftwerks an der bayerisch-hessischen Grenze.

klimaretter.info/alf

 

 

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